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Margarethe Linnerie

* 1576   + am 17. März 1622

Margarethe Linnerie ist ohne Übertreibung eine der herausragendsten Frauenpersönlichkeiten der Eifel. Sie wurde 1567 in Münstereifel als Tochter von Peter Linnerie und Ursula Gropper geboren. Der Vater, ein gebürtiger Kölner, war als Geheimrat und Advokat an den fürstlichen und gräflichen Höfen im Münstereifeler Umland tätig. Auch die Mutter stammte aus einer angesehenen Kölner Familie, aus der auch der berühmte Kölner Theologe Johannes Gropper hervor gegangen war. 

Margarethe Linnerie wurde durch das katholische Milieu geprägt. Sie wuchs als Einzelkind auf und wurde „fein erzogen und in der Gottesfurcht, der Tugend und im weltlichen Wissen wohl unterrichtet.“ In modernen Worten ausgedrückt bedeutet dies, dass ihr neben der religiösen Unterweisung auch eine gediegene Allgemeinbildung vermittelt wurde. Das „glückliche Gedächtnis“, mit dem sie begabt war, wird ihr das Lernen mit Sicherheit erleichtert haben. 

Früh legte sich Margarethe Linnerie auf eine Lebensführung „im jungfräulichen Stande“ fest. Gemeinsam mit Gleichgesinnten wollte sie in einer klosterähnlichen Gemeinschaft leben. Als Wohnort stellten ihr die Eltern das Wohnhaus samt dem zugehörigen Garten zur Verfügung. Dort begann Margarethe Linnerie ab 1592 mit dem Erteilen von Unterricht für die weibliche Jugend. Der Einrichtung gab sie den Namen „Zum Salvator“. 
Sie legte Wert darauf, dass der Unterricht in Deutsch erteilt wurde. Ausgebildet wurden die Schülerinnen im Lesen und Schreiben, in Handarbeiten und in Religion. 

1594 legte Margarethe Linnerie öffentlich in der Stiftskirche das Gelübde der Keuschheit und Jungfräulichkeit ab. Sophie Lange schreibt in ihrem Aufsatz „Jungfrauen sollten unbehelligt ‚die Meidleyn underweisen’“ (Kreis Euskirchen Jahrbuch 1993): „In der damaligen Zeit wurde die Ehelosigkeit als ‚Bindung an Christus’ verstanden. Mit dem öffentlichen ‚Entsagungsakt’ wurde bekundet, dass die ‚Gottgeweihte’ ihr Leben in den Dienst des Nächsten stellen wollte. Margaretha teilte ihre Zeit ein für Gebet und Betrachtung, Lesung und Verfassung religiöser Schriften, Handarbeit, Krankenbesuche und Unterrichtung von Mädchen. So wurde sie eine ‚große’ Wohltäterin für ganz Münstereifel und darüber hinaus’.“ 

Margarethe Linnerie starb am 17. März 1622 in Köln. Ihr Leichnam wurde nach Münstereifel überführt und gemäß ihren eigenen Wünschen in der Krypta der Stiftskirche beigesetzt. 
1994 hat der Verein Alter Münstereifeler die große Bürgerin Münstereifels mit einer Gedenkplakette in der Krypta gewürdigt. 

In ihrem 1621 errichteten Testament schuf Margarethe Linnerie die Voraussetzungen für den Fortbestand des Hauses „Zum Salvator“, dessen Leitung zwei Cousinen der Stifterin übernahmen. 
Am 19. Februar 1649 bestätigte Kurfürst Wolfgang Wilhelm urkundlich die von Margarethe Linnerie 1594 gegründete Mädchenschule als klösterliche Anstalt unter dem Namen „Zum Salvator“. Gleichzeitig stellte er die Schule unter die Aufsicht der 1649 zum Kolleg erhobenen Jesuiten-Niederlassung. 
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war die durch den Katholizismus geprägte Wirtschaft der Stadt Münstereifel in eine Krise geraten. Die Gründung der Mädchenschule und der klosterähnlichen Gemeinschaft der St.-Salvator-Schwestern durch Margarethe Linnerie steht am Beginn der Umgestaltung Münstereifels zu einer Stadt der katholischen Gegenreformation. 
Das 1957 gegründete Erzbischöfliche St.-Angela-Gymnasium versteht sich selbst als in der Tradition der Salvator-Schule Margarethe Linneries stehend.

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