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Den Stadtwald Bad Münstereifel klimafit machen

Logo Wir pflanzen für das Klima Wald

Der Aufbau klimastabiler Wälder läuft im Stadtwald Bad Münstereifel nach wie vor auf Hochtouren. Eine zweite große Frühjahrspflanzaktion auf den durch den Borkenkäfer zerstörten, ehemaligen Fichtenflächen im Bereich des „Decke Tönnes“ soll den Waldumbau beschleunigen.

Die Ausgangssituationen sind dabei ebenso vielfältig wie der neue Wald von morgen. Für jede Fläche wird daher situativ und auf wissenschaftlicher Grundlage neu entschieden, welcher Weg zu einem klimastabilen und zukunftsfähigen Wald führt. Diese standortsgerechte Strategie gründet bei uns auf drei Ebenen:

  1. Die Natur machen lassen. Überall dort, wo rund um die kleineren Schadflächen Bäume stehen, die auch in ihrer Mischung im Klimawandel standortsgerecht sind, lassen wir der Natur freien Lauf und beobachten, ggf. wird ergänzt. Mit dem Wind fliegen z. B. viele Samen auf die Flächen.
  2. Große Kahlflächen, auf denen ehemalige Fichten Monokulturen standen, werden aktiv klimastabile Baumarten eingebracht. Die risikobehaftete Fichte wird in den unteren Lagen keine dauerhafte Überlebenschance mehr haben. Zäune schützen vor Wildverbiss, die jungen Pflanzen müssen darin jahrelang von Begleitwuchs frei geschnitten und Zäune kontrolliert werden.    
  3. In manchen Fichtenwäldern hat sich bereits Naturverjüngung unter anderem aus Birken und Lärchen eingefunden. An Stellen ohne Naturverjüngung wird hier mit Douglas-, Küsten und Weiß-Tannen, Rotbuchen, Ahornen, Ulmen, Linden oder Eichen ergänzt. Diese werden zum Teil mit länglichen Wuchs-/Schutzhüllen oder Netzen einzeln vor Wildverbiss geschützt.

Auch die Klimaschutzleistung des Stadtwaldes Bad Münstereifel soll mit den Aufforstungen wiederhergestellt werden.

Der Stadtwald Bad Münstereifel hat die Fähigkeit, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu binden und leistet daher einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Unsere nachhaltige, naturnahe und PEFC zertifizierte Waldbewirtschaftung trägt ebenfalls zum Klimaschutz bei, da der gebundene Kohlenstoff über längere Zeit in Holzprodukten fixiert bleibt. Wir nutzen im Stadtwald „normalerweise“ weniger Holz als nachwächst, so dass der Stadtwald eine Kohlenstoffsenke bildet und durch die Verwendung von Holz entstehen Substitutionseffekte. „Normalität“ gibt es in Zeiten unsicherer Klimaprognosen aber aktuell leider nicht mehr!

Durch den akuten Klimawandel und die damit seit 2017 verbundenen großflächigen Windwürfe in der Fichte, Trocknisschäden an fast allen Baumarten und die massive Borkenkäferkalamität in der Fichte, haben wir bereits über 82.000 Kubikmeter Fichtenwald auf über 300 Hektar im Stadtwald verloren. Das entspricht nahezu 1/3 des gesamten Fichtenvorrates im Stadtwald Bad Münstereifel.

Durch diesen Verlust der Fichtenwälder im Rahmen der dramatischen Klimaveränderungen ist die Klimaschutzleistung des Stadtwaldes Bad Münstereifel seit 2017, bezogen auf die Fichte, stark zurück gegangen.

Aktuelle Berechnungen des Forstbetriebes der Stadt bilanzieren eine Abnahme von mindestens ca. 3.500 Tonnen CO2 Äquivalente pro Jahr für den Stadtwald.

Weitere Informationen können Sie dem Klimabericht des Stadtwaldes Bad Münstereifel entnehmen.

Durch die Umsetzung waldbaulicher Konzepte steuern wir im Stadtwald Bad Münstereifel natürlich gegen, unter anderem durch den - Verzicht des Einschlags von Fichten Frischholz - Verringerung des Laubholzeinschlages - Aufbau und Förderung von stark gemischten Waldbeständen - Forcieren des Waldumbaus, Aufforsten mit klimastabilen Baumarten.

Trotz aller Anstrengungen im Rahmen der Aufforstungen kann die verloren gegangene Klimaschutzleistung im Stadtwald Bad Münstereifel erst über viele Jahrzehnte wieder hergestellt werden, da Wald sich nicht kurzfristig regenerieren kann.

Daher ist es notwendig, Alternativen für die schnelle Wiederherstellung der Klimaschutzleistung zu nutzen. Windkraft ist hier eine gute und saubere Sache.

Der Mensch greift durch die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Öl oder Kohle in den CO2-Kreislauf ein. Bei der Verbrennung von Öl oder Kohle werden große Mengen CO2 freigesetzt, so dass der Stoffkreislauf aus dem Gleichgewicht gerät und die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt. Die aktuelle Lage des Stadtwaldes führt somit auch zu der Überlegung, wie wir einen Teil zur Erhöhung der Klimaschutzleistung erzielen können, um neben dem natürlichen CO2-Kreislauf auch den menschlichen CO2-Kreislauf zu stabilisieren.

Bei technischen Vorhaben im Wald werden im Rahmen der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung Auswirkungen auf Mensch, Natur und Landschaft geprüft und unvermeidbare Eingriffe ökologisch ausgeglichen. Im Bundes- und den Landeswaldgesetzen sind Vorschriften zu Ersatzaufforstungen oder Ausgleichsmaßnahmen für das Umwandeln von Wald in eine andere Nutzungsform (hier zur Windenergienutzung) festgeschrieben. Naturnahe Laub- oder Mischwälder weisen in der Regel besonders hohe Lebensraumqualitäten für an den Wald gebundene Tier- und Pflanzenarten auf, so dass es bei Planungen an entsprechenden Standorten zu Zielkonflikten mit dem Natur- und Artenschutz kommen kann.

Um diese zu vermeiden werden nur intensiv forstwirtschaftlich genutzte Waldflächen - insbesondere bereits zerstörte Fichtenforste - als Standorte für die Windenergieerzeugung begrüßt. Für die zwei möglichen städtischen Waldflächen müsste daher kein Wald gerodet werden, da die durch den Borkenkäfer abgestorbenen Fichteflächen bereits geräumt sind. 

Mit dem Ziel, Eingriffe in ein Waldökosystem gering zu halten, sollten die Anlagenstandorte möglichst an bestehende Infrastrukturen wie Forstwege angebunden werden. Diese könnten für die Zuwegung, Verkabelung und Wartung sowie den Rückbau der Anlage genutzt werden. Insgesamt bedarf es einer sorgfältigen räumlichen und technischen Planung, bei der Fachwissen aus Forstwirtschaft, Naturschutz, Logistik und Landschaftsplanung eingebracht wird. So kann auch im Wald naturverträglich Windenergie gebaut werden.

Kontakt

Stadt Bad Münstereifel
Marktstraße 11-15
53902 Bad Münstereifel

Tel: 02253/505-0
Fax: 02253/505-114
E-Mail: info@bad-muenstereifel.de

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