Menü-Icon

Ungenutzte Brachflächen werden ökologisch aufgewertet

Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian und Stefan Lott, Leiter des Forstbüros, stehen vor einer hüfthoch gewachsenen Wiese und schauen sich Gräser an, die sie in den Händen halten.

Bereits jetzt konnten Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian und Stefan Lott, Leiter des Forstbüros, eine Vielzahl an Gräsern auf der Fläche entdecken. Foto: Mager/Stadt Bad Münstereifel

28.07.2025 - Nicht immer lassen sich bei Baumaßnahmen Eingriffe in Natur und Landschaft vermeiden. Für solche Fälle hat der Gesetzgeber eine Ausgleichsregelung in Form von Naturschutzmaßnahmen festgelegt. Ausgleichspflichtig ist dabei immer der Bauherr selbst – also in den meisten Fällen nicht die Stadt, sondern Bürgerinnen und Bürger oder Unternehmen, die eine Baumaßnahme vornehmen. 

Und nicht immer verfügen die Bauherren über eigene Flächen, auf denen sie die geforderten Ausgleichsmaßnahmen umsetzen können. Deshalb hat die Stadt Bad Münstereifel die Betroffenen bislang angeboten, entsprechende Maßnahmen gegen ein Entgelt auf städtischen Forstflächen umzusetzen. Diese Ausgleichsflächen wurden mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises abgestimmt. Durch dieses System wurden städtische Flächen ökologisch aufgewertet. Dies war sowohl der Fall bei Ausgleichsmaßnahmen, die Bürgerinnen und Bürger für ihre eigenen Vorhaben umsetzen mussten, aber auch bei großen Maßnahmen, z.B. beim Bau von Parkplätzen durch das City Outlet, beim Bau des Nahversorger bei Arloff und bei der Entwicklung der Neubaugebiete in Eschweiler und Kirspenich. 

Dadurch konnten in den vergangenen 20 Jahren auf etlichen städtischen Forstflächen umfangreiche Maßnahmen des standortgerechten Waldumbaus realisiert werden. Das grundlegende Ziel dabei ist es, Flora und Fauna optimal an die Standortbedingungen anzupassen und zu entwickeln. So wurden zum Beispiel…
… naturferne und klimalabile Wälder in standortsgerechte und klimastabile Wälder umgebaut.
… Bachtäler renaturiert und Auenwälder geschaffen.
… standortfremde Wälder in orchideenreiche Buchenwälder umgebaut.
… Biotopbaumstrukturen zur Etablierung des Schwarzstorches und anderer Horstbrüter geschaffen.

Neues Ökopunkte-Verfahren

Dieses Verfahren wurde auf Bestreben des Kreises Euskirchen hin nun umgestellt, optimiert und um Flächen außerhalb der Wälder – also um Offenland- und Brachflächen – erweitert. Anstatt ausgleichspflichtige Baumaßnahmen konkrete Ausgleichsflächen zuzuordnen, setzt der Forstbetrieb künftig auf das System der sogenannten Ökopunkte. Dazu hat der Forstbetrieb auf politischen Beschluss hin ein offizielles Ökokonto bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragt. 

Um das Ökokonto der Stadt mit Ökopunkten zu füllen, können nach Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde auch städtische Flächen genutzt werden, die der Forstbetrieb zuvor bereits als „Vorrat“ angelegt hat. Dazu zählen zum Beispiel die Flächen der ehemaligen Sportplätze in Rupperath und Eschweiler. Im Rahmen des Sportflächenkonzeptes hatte der Rat der Stadt Bad Münstereifel vor vielen Jahren die Aufgabe dieser Plätze beschlossen. Mehrere Jahre lagen diese Flächen brach. Gemäß eines politischen Beschlusses werden sie nun ökologisch aufgewertet. Die Aufbauten der Plätze wurden vor einiger Zeit zurückgebaut und die Höhe der Ökopunkte für diese Flächen durch ein Gutachten festgelegt. Inzwischen wurden Flächenbetreuer gefunden, die sie nach exakt definierten ökologischen Vorgaben dauerhaft pflegen und unterhalten werden. Durch diese Maßnahmen wird der ökologische Wert der Flächen verbessert – und somit die Zahl der Ökopunkte erhöht. Stefan Lott, Büroleiter des Forstbetriebs, geht aufgrund des Gutachtens davon aus, dass die beiden Flächen dem Punktekonto der Stadt rund 37.000 Ökopunkte bringen werden.

Gräser, Insekten und Bodenbrüter

Üblicherweise sind im Rahmen von Bauanträgen auch Gutachten über die Veränderung der ökologischen Wertigkeit der Baufläche beizubringen. Diese Wertänderung wird in Ökopunkten bemessen. Der Bauherr muss diese Wertänderung ausgleichen. Dies ist zum Beispiel möglich, indem er der Stadt die benötigten Ökopunkte abkauft. Für Bürgerinnen und Bürger des Stadtgebietes ist das ein besonderer Service, der bei eigenen Bauvorhaben zeitliche Vorteile bringt. 

Rupperath: Die Fläche des ehemaligen Sportplatzes Rupperath wird anfangs durch Eggen und Grubbern vorbereitet. Anschließend wird Saatgut aus Bereichen, die sich bereits gut entwickelt haben, übertragen. Nach ersten Pflegeschnitten wird die Fläche zweimal jährlich gemäht und somit extensiv gepflegt. Späte Schnitte fördern das Aussamen sowie die natürliche Entwicklung der Fläche. Die Nutzung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln ist untersagt. Somit wird sich zunehmend ein Nahrungshabitat für zahlreiche Insekten und Bodenbrüter entwickeln. 

Eschweiler: Von der Fläche bei Eschweiler machte sich Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian kürzlich ein Bild vor Ort. Schon innerhalb weniger Minuten entdeckte Stefan Lott zehn verschieden Grassorten, die sich bereits jetzt dort angesiedelt haben. Vorgesehen ist das Ausbringen von Saatgut, das auf benachbarten Naturschutzwiesen gewachsen ist und sich dort bereits bewährt hat. Anschließend wird die Fläche mit Schafen ganz natürlich unterhalten und gepflegt. Aktuell stimmen sich die Untere Naturschutzbehörde, die Biostation im Kreis Euskirchen und die Stadt Bad Münstereifel über das finale Vorgehen auf den Flächen ab.

Kontakt

Stadt Bad Münstereifel
Marktstraße 11-15
53902 Bad Münstereifel

Tel: 02253/505-0
Fax: 02253/505-114
E-Mail: info@bad-muenstereifel.de

Gerne können Sie uns auch eine Nachricht über unser Kontaktformular zukommen lassen - wir freuen uns, von Ihnen zu hören und werden Ihre Anfrage baldmöglichst bearbeiten.

Ansprechpartner finden
zum Kontaktformular