28.07.2025 - Wir schreiben Mittwoch, den 14. Januar 2026. Temperaturen um den Gefrierpunkt. Durch den Brand einer Gasverteilerstation in Arloff-Kirspenich fällt in den beiden Ortsteilen sowie in großen Teilen von Iversheim die Gasversorgung aus – aufgrund fehlender Ersatzteile voraussichtlich für vier Tage. Da viele Betroffene ihre Elektroheizgeräte anwerfen, fällt wenige Stunden später in Arloff und Kirspenich zudem der Strom aus. Auch die Reparatur der Trafostation wird längere Zeit dauern. Das war das Szenario, das sich dem "Stab außergewöhnlicher Ereignisse" (SAE) der Stadt Bad Münstereifel diesmal bot. Es war nicht die erste Übung für Krisenfälle, die seit der Flutkatastrophe im Rathaus abgehalten wurde. Diesmal galt es insbesondere, kurzfristig die notwendige Versorgung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger zu initiieren. In diesem Fall wären unter anderem die Information der Bevölkerung, die Vorbereitung von Notunterkünften für Betroffene und die Einrichtung eines Bürgertelefons erste Maßnahmen gewesen. Zudem wären im Ernstfall unter anderem die Versorgung der Schule, der Kitas und sonstiger Einrichtungen in Iversheim zeitnah in die Wege geleitet worden.
In Bad Münstereifel sind in einem Krisenfall zwei Gremien im Einsatz. Dies ist zum einen der SAE, der aus den relevanten Führungskräften der Verwaltung, einer Verbindungsperson der Feuerwehrführung und – je nach Lage – weiteren Mitgliedern besteht. Im vorliegenden Fall säße zum Beispiel ein Mitarbeiter des Gasversorgers ebenfalls im SAE. Die Leitung des SAE wird ereignisbezogen von der Bürgermeisterin bestimmt. Die Mitglieder des Stabes treten in unregelmäßigen Abständen zusammen, bewerten die Lage und beschließen daraufhin die zu ergreifenden Maßnahmen. Die operativ-taktischen Einsatzkräfte wie Feuerwehr und Rettungskräfte arbeiten ihren Part in vielen Lagen parallel in einem eigenständigen Stab ab. Sowohl der SAE als auch der operativ-taktische Stab unterstehen der Bürgermeisterin.
"Die Abläufe funktionieren"
Als weiteres Gremium ist die “Koordinierungsstelle Stab” (KGS) im Einsatz. Sie ist Bestandteil des SAE, besteht aus Mitarbeitenden der Stadtverwaltung und ist während der Krisenlage rund um die Uhr besetzt. In der KGS laufen alle Informationen aus dem Einsatz zusammen. Die KGS steht zum Beispiel im Austausch mit der Einsatzleitung der Feuerwehr, der Leitstelle im Kreishaus, weiteren Institutionen, die in die Bewältigung der Lage involviert sind, und Medienvertretern. Somit ist eine wichtige Aufgabe, Informationen zusammenzutragen, um die Einsatzlage kontinuierlich zu aktualisieren. Im Fokus der KGS-Mitglieder steht insbesondere die Umsetzung der vom SAE beschlossenen Maßnahmen. Eine weitere Aufgabe der KGS ist es, in der Verwaltung die notwendigen Mitarbeiter und Infrastruktur zu koordinieren, um die Arbeit von KGS und SAE durchgehend zu ermöglichen. Zudem kümmert die KGS sich um die Information der Bevölkerung und der Medien sowie der Auswertung von Beiträgen in Presse und Social Media.
Übungen zu verschiedenen Szenarien werden in der Stadtverwaltung auch weiterhin durchgeführt. “Nur durch regelmäßiges Üben können sich die Abläufe verfestigen”, sagt Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian, die sich mit dem Ergebnis der Übung zufrieden zeigte: "Wir haben gesehen, dass die Abläufe funktionieren und sowohl Stab als auch KGS diszipliniert und konzentriert arbeiten. Wir haben aber auch erkannt, wo wir noch nachsteuern müssen.”