11.02.2025 - Am vergangenen Donnerstag fand in der Konvikt-Kapelle in Bad Münstereifel der diesjährige Neujahrsempfang der Stadt statt. Rund 150 Gäste, darunter der Bundestagsabgeordnete Detlef Seif, die stellvertretende Landrätin Christine Bär und Bürgermeister-Kollege Ingo Pfennigs (Schleiden), folgten der Einladung und erlebten einen informativen und abwechslungsreichen Abend. Auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, denn in diesem Jahr waren vor allem sie eingeladen worden.
Ansprache der Bürgermeisterin
Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian begrüßte die Anwesenden herzlich und blickte in ihrer Ansprache auf das vergangene Jahr 2024 zurück. Sie erinnerte an die Herausforderungen, die die Stadt nach der Flutkatastrophe von 2021 immer noch zu bewältigen hat. So erwähnte sie, dass die Stadt 2024 bei der Bezirksregierung Köln beantragte, die bereits bewilligten Wiederaufbaumittel in Höhe von 175 Millionen Euro um weitere 28 Millionen Euro aufzustocken. Sie betonte in diesem Zusammenhang auch die Notwendigkeit, dass die Finanzierung von Hochwasserschutzmaßnahmen zu 100 Prozent gefördert werden müsse. Auch Positives aus dem Wiederaufbau gab es 2024 zu verzeichnen. Die Fertigstellung der drei überfahrbaren Brücken in Iversheim markierte einen wichtigen Schritt im Wiederaufbau – ebenso die Fertigstellung der Erftmauern in Arloff, die nun höher errichtet wurden. Doch noch sind im Stadtgebiet Spuren der Flutkatastrophe zu sehen. Auch die Seelen der Menschen seien durch die Flut verändert worden. Viele Bürgerinnen und Bürger hatten sich zum dritten Jahrestag der Katastrophe am 14. Juli auf Einladung der Stadt an der Freitreppe versammelt. Eine emotionale Gedenkveranstaltung mit einer Lichtinstallation die Gemeinschaft zusammengebracht und gezeigt hat, dass Bad Münstereifel auch in schwierigen Zeiten zusammenhalte, so die Bürgermeisterin. Das Erlebte führte auch dazu, dass die Wetterwarnungen im Januar 2024 vielen Menschen Sorgen bereiteten. Glücklicherweise fielen die Niederschläge weniger stark aus als befürchtet. Eine Woche später allerdings kam es zu starkem Schneefall, der den Winterdienst unter Leitung von Peter Mey vor große Herausforderungen stellte. Die Bezirksregierung Köln hatte Schulschließungen angeordnet. Auch das Eifelbad musste zeitweise außerplanmäßig schließen – nicht das einzige Mal im Jahr 2024, wie Preiser-Marian in ihrer Ansprache immer wieder erwähnen musste.
Die Bürgermeisterin betonte die Wichtigkeit von Ersthelfern in Notfällen und würdigte das Engagement von Andreas Schmitz und Ernst Springer im „Corhelper“-System. Sie hob die Bedeutung der Bürgerstiftung Bad Münstereifel hervor, die mit Projekten wie der OpenAirGalerie, den Salonkonzerten und der Initiative „Ein Geschenk für die Kleinsten“ die Kultur und das Gemeinschaftsgefühl in der Stadt stärkt.
Ein weiteres Thema der Bürgermeisterin war die Feuerwehr. Sie erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Hohn an die Löschgruppe übergeben wurde. Außerdem überreichte sie offiziell ein neues Fahrzeug an die Jugendfeuerwehr und einen Kommandowagen für die Führungsspitze der Löschkräfte. In diesem Jahr steht die Inbetriebnahme neuer Fahrzeuge für die Löschgruppen Arloff, Eschweiler und Mutscheid an.
Preiser-Marian sprach auch über die Sanierung der Grundschule und die Diskussionen um einen möglichen Grundschulneubau im Goldenen Tal. Sie betonte die finanziellen Herausforderungen, die mit einem solchen Projekt verbunden sind, und die Notwendigkeit, im Rahmen der Haushaltsberatungen Lösungen zu finden.
Ein besonderes Highlight des Jahres 2024 war die Einweihung der neuen Kneipp-Anlage auf dem Europaplatz im Rahmen des Anwasserns. Die Bürgermeisterin berichtete von der Eröffnung und der großen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Auch die Feier zum 50-jährigen Jubiläum als Kneipp-Heilbad wurde mit großer Freude begangen, wobei Achim Bädorf, der ehemalige Bürgermeister und Vorsitzende des Verbands Deutscher Kneippheilbäder, eine Gratulations-Urkunde überreichte.
Ein weiterer Meilenstein war die Wiedereröffnung der beiden Sportplätze in Arloff und Mutscheid. Die wiederaufgebauten und modernen Anlagen mit Kunstrasen und LED-Flutlicht wurden mit großer Begeisterung von den Sportvereinen und der Bevölkerung aufgenommen. Weitere Aufwertungen im Stadtgebiet werden folgen. So war der Spatenstich für die Neugestaltung des Wallgrabens und der Großer Bleiche im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) ein weiterer Höhepunkt. Das Projekt soll die Aufenthaltsqualität in der Stadt verbessern und neue Freizeitmöglichkeiten schaffen.
Die Bürgermeisterin schloss ihre Rede mit einem Dank an alle, die sich für die Stadt engagieren, und einem Ausblick auf die kommenden Herausforderungen und Projekte. Sie ermutigte die Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv an der Gestaltung der Stadt zu beteiligen und die Gemeinschaft zu stärken.
Die Aufgaben von Rat und Stadtverwaltung
Nach der Ansprache der Bürgermeisterin stand die Arbeit von Rat und Verwaltung im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs. Zunächst stellten die stellvertretenden Bürgermeister Ludger Müller und Brigitte Fuchs sowie der Allgemeine Vertreter der Bürgermeisterin Kurt Reidenbach vor sich und ihre Aufgaben vor. Auf die Frage, ob es Unterschiede zwischen den Rollen gebe, erklärte Bürgermeisterin Preiser-Marian, dass die stellvertretenden Bürgermeister die Bürgermeisterin bei repräsentativen Aufgaben unterstützen, während der allgemeine Vertreter sie vor allem in der Verwaltungsleitung vertritt.
Anschließend erläuterten die Ausschussvorsitzenden Martin Mehrens, Florian Hammes, Horst Dürholt und Ludger Müller ihre Aufgaben. Bürgermeisterin Preiser-Marian erklärte, dass der Stadtrat die politischen Entscheidungen trifft, während die Ausschüsse spezifische Themen bearbeiten. Auf die Frage, warum es den Stadtrat gebe, da die Bürgermeisterin doch sowieso entscheide, betonte sie, dass dem nicht so sei. Die Bürgermeisterin gibt eine Richtung vor und arbeitet die Vorlagen für die Rats- und Ausschusssitzungen aus. Die Entscheidungen aber liegen die Rats- und Ausschussmitglieder.
Auch die Leiterinnen und Leiter der Ämter bzw. ihre Stellvertretungen stellten ihre Aufgabenbereiche vor. Sabine Rößler, Leiterin des Amtes für Zentrale Dienste, erklärte, dass ihr Amt für die Kommunikation der Stadtverwaltung, die Betreuung der Auszubildenden sowie des Personals und die Organisation interner Abläufe zuständig ist. 2025 stehen die Digitalisierung und die Weiterentwicklung der Bürgerservices im Fokus. Die Herausforderungen des Haushalts und die Bedeutung des Haushaltssicherungskonzepts erläuterte Kurt, Leiter des Amtes für Finanzen und Liegenschaften. Unter anderem erklärte er, warum die Erhöhung des Hebesatzes für die Grundsteuer B für die Stadt keine höheren Steuereinnahmen bedeuten und dass die Reform der Grundsteuer für die Stadtkasse aufkommensneutral ist.
Auf die vor wenigen Tagen erfolgte Einführung des „Handyparkens“, also die Möglichkeit, sein Parkticket per Handyapp zu lösen, wies Bernd Schürgens, stellvertretender Leiter des Amtes für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Soziales hin. Stephanie Schmitz, stellvertretende Leiterin des Amtes für Bildung und Tourismus, berichtete, dass die Stadtbücherei entgegen zahlreicher Berichte nicht geschlossen werden soll. Es werde an einem Konzept gearbeitet, sie mit der Tourist-Info zusammenzulegen, um Synergien zu nutzen. Carmen Haltenhof, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung und Stadtplanung, stellte unter anderem die für 2025 geplanten Maßnahmen aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept am Bahnhofsvorplatz vor. So wird die Kölner Straße zwischen Schleidtalstraße und Werther Tor neu gestaltet. Außerdem startet die Neugestaltung des Bereichs Wallgraben/Große Bleiche und des Schleidparks. Über die aktuellen Entwicklungen im eifelbad und die notwendige Dachsanierung berichtete Simon Mauel, Leiter des Hochbau-Amtes.
Die Aufgaben der Stadtwerke erläuterten Ralf Wassong und Bernd Hiltrop. So stehen 2025 Sanierungsmaßnahmen im städtischen Kanalnetz und die Fortführung des Wiederaufbaus von Brücken und Wirtschaftswegen auf der Tagesordnung. Welche Arbeit auf der Waldfläche, die rund die Hälfte des Stadtgebietes ausmacht, anfällt, berichtete Stefan Lott, Büroleiter des Forstbetriebs. So gehören dem Forstbetrieb unter anderem der FriedWald und die Naturschutzstation (Teichmannhaus) an. Lott erklärte die Wichtigkeit des Waldes zur Speicherung von CO2.
Drei Ehrenamtspreise verliehen
Ein Höhepunkt des Abends war die Verleihung der Ehrenamtspreise. Die Bürgerstiftung Bad Münstereifel, die Dorfgemeinschaft Sasserath e.V. und der Verein Alter Münstereifeler e.V. (VAMÜ) wurden für ihr herausragendes Engagement geehrt. Bürgermeisterin Preiser-Marian würdigte die Bedeutung des Ehrenamts für die Gemeinschaft und dankte den Preisträgern für ihren unermüdlichen Einsatz.
Musikalisch gestaltet wurde der Abend von Vassil Svechtarov und Inga Beitz-Svechtarov, die mit wundervollen Melodien und humorvollen sowie tiefgreifenden Texten den Abend begleiteten. Ein großer Dank von Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian geht an die e-regio, beim Neujahrsempfang vertreten durch Geschäftsführer Stefan Dott, die den Neujahrsempfang durch ihr Sponsoring möglich gemacht hat.
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