15.7.2025 - Die Flutkatastrophe des Jahres 2021 hat nicht nur die Kernstadt und Ortschaften Bad Münstereifels stark getroffen, auch zahlreiche Neben- und Wirtschaftswege im Gemeindegebiet wurden zerstört. Sie werden von der Forst- und Landwirtschaft genauso genutzt wie von Wandernden, Radfahrenden sowie den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Dieses wichtige Wegenetz hat durch den Starkregen und die Flut im Juli 2021 stark gelitten. So kommen stellenweise Landwirte und Waldbesitzer nicht mehr an ihre Grundstücke, um diese zu bewirtschaften. „Das Ausmaß der Schäden ist sehr unterschiedlich, was den Wiederaufbau herausfordernd macht“, sagt Bernd Hiltrop vom zuständigen Amt für Tiefbau der Stadt Bad Münstereifel. Das Spektrum der Schäden reicht von massiven Unterspülungen, teilweise oder vollständig weggerissenen Wegebereichen, Hangrutschungen und weggespülten Oberflächen bis hin zu zerstörten Durchlässen und Brücken. „Trotz der großen Zerstörung und der teils schwierigen Bauarbeiten konnte schon mehr als die Hälfte der Wege wiederhergestellt und zugänglich gemacht werden“, so Hiltrop.
Über 120 Schadstellen an Wirtschaftswegen
In den ersten Monaten nach der Flut hatte für das städtische Tiefbauamt zunächst der Aufbau der allernötigsten Infrastrukturen und Verkehrswege Vorrang. Parallel erfolgte die Aufnahme der Schäden an den Wirtschafts- und Nebenwegen. „Im gesamten Stadtgebiet sind mehr als 120 sanierungsbedürftige Wegestellen identifiziert worden“, sagt Bernd Hiltrop. „Diese haben wir nach dem Ausmaß der Schäden kategorisiert und in die Regionen Nord, Ost, Süd und West eingeteilt. Die einzelnen Baumaßnahmen werden dann in Paketen zusammengefasst und so gebündelt in die Ausschreibung gebracht bzw. beauftragt.“
Fortschritt allerorten
Drei dieser Sanierungspakete sind bereits abgearbeitet, die dazugehörigen Wege sind also wieder hergestellt. Dazu gehören zum Beispiel Wegeschadstellen in den Ortsteilen Arloff, Langscheid, Schönau, Witscheiderhof und Eicherscheid. Weitere Arbeiten sind im Gange oder kurz vor der Fertigstellung, etwa in Rupperath, Hünkhoven, Odesheim und Ellesheim. Weitere fünf Sanierungspakete werden nach den Sommerferien ausgeschrieben. Die ausführenden Baufirmen sollen dann in der Region Houverath/Wald mit der Arbeit beginnen. Ein weiteres Ausschreibungspaket folgt im Herbst. Die restlichen Pakete sollen im Winter 2025/26 und im Frühjahr 2026 ausgeschrieben und vergeben werden.
Herausfordernde Bauarbeiten
Die Baumaßnahmen erweisen sich aus verschiedenen Gründen als komplex. Stark wechselhafte und nasse Witterungsbedingungen in Frühling, Herbst und Winter hatten bisher immer wieder ein kontinuierliches Arbeiten verhindert. „Durch Regen aufgeweichter Boden lässt sich nicht gut ausheben und verbauen. Weiterhin müssen die ausführenden Fachfirmen darauf achten, dass durch das Bewegen schwerer Maschinen auf den meist unbefestigten und zum Teil schwer zugänglichen Wegen keine zusätzlichen Schäden entstehen“, sagt Bernd Hiltrop. Letztlich muss im Wald auch unbedingt auf die Brutzeiten der Vögel geachtet werden, was den Baufortschritt im Sommer verzögert. Diesen Hindernissen zum Trotz wurde bis zum ersten Quartal 2025 mehr als die Hälfte der ausgeschriebenen Baumaßnahmen an Wirtschaftswegen abgeschlossen.