Der erste Lockdown am 22.03.2020 untersagte schließlich größere Zusammenkünfte und trennte Menschen, was einen unsäglichen Leidensdruck mit sich brachte. Um die Liebsten zu schützen, waren wir alle bereit unser Bedürfnis nach Nähe hinten an zu stellen. Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen. Zwei Jahre begleitet das Corona-Virus uns schon und macht vor keinem Lebensbereich halt. Das Privatleben, der berufliche Alltag sowie gewohnte Zusammenkünfte aller Art wurden untersagt, digitalisiert und völlig neu strukturiert. Es begann ein weltweites Ringen nach einem Impfstoff. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit konnte noch während der Pandemie ein Impfstoff entwickelt werden.
ür viele Menschen hier im Kreis Euskirchen kam der Impfstoff zu spät oder Sie haben trotz Immunisierung einen Impfdurchbruch erlitten. Vielen Familien hat das Virus geliebte Menschen entrissen, die eine Lücke hinterlassen, die nicht mehr zu füllen ist. Jeden Donnerstag werden daher vor der Stiftskirche in Gedenken an die Corona-Opfer Kerzen entzündet.
Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian äußerte sich bei dem Besuch der Mahnwache wie folgt:
„Was bleibt, sind Erinnerungen an gemeinsame Zeiten - an Zeiten, in denen man unbeschwert miteinander umgehen konnte ohne einander zu gefährden. Eine Zeit nach der wir uns alle zurücksehnen. Auch wenn wir Abstand wahren müssen, sind wir füreinander da. Unterstützung und Rücksichtnahme sind nicht mehr nur Schlagworte, sondern seit der Pandemie werden sie aktiv gelebt.
Wir stehen hier heute gemeinsam, um dieser Menschen zu gedenken. Durch die Erinnerung bleiben diese Menschen mit uns verbunden und unvergessen.
Besonders auch im Hinblick auf die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine möchten wir heute ein Licht entzünden. Ein Licht für die gefallenen Soldatinnen und Soldaten sowie für die Opfer der Zivilbevölkerung, die während dieser kriegerischen Auseinandersetzungen ihr Leben verloren haben und auch für die Menschen, die noch ihr Leben verlieren werden. Ein Invasionskrieg in Europa war für uns noch vor einer Woche unvorstellbar. Jahrzehnte lang herrschte Frieden in Europa, doch seit dem 24.02.2022 befinden wir uns in einer neuen Zeitrechnung. Angst und Verunsicherung greifen um sich. Die Angst um die Familie, um Angehörige und Freunde bestimmt für viele Menschen nun den Alltag. Auch bei uns im Stadtgebiet leben ca. 25 Personen mit ukrainischen Wurzeln. Ihnen allen möchte ich heute gemeinsam mit Ihnen ein Licht senden und ihnen mitteilen: Ihr seid nicht alleine, wir stehen zu euch!“