Die Zahl der Insekten sinkt seit Jahren dramatisch. So wurde von der Wissenschaft festgestellt, dass sich die Biomasse bei den fliegenden Insekten in den letzten 30 Jahren um 80 % reduziert hat.
Insekten erfüllen jedoch eine wichtige Funktion im Ökosystem, so etwa als Bestäuber von Pflanzen. Zahlreiche Arten von Amphibien, Vögeln und Fledermäusen sind auf Insekten angewiesen, sodass deren Rückgang auch viele andere Arten in ihrem Bestand gefährdet. Die Gründe hierfür sind vielfältig.
Auch in den Dörfern der Eifel hat sich die Siedlungsstruktur in den vergangenen Jahrzehnten vom landwirtschaftlich geprägten Dorf zur reinen Wohnbebauung verändert. Die früher vielerorts vorhandenen großzügigen Wiesen- und Gartenbauflächen mit den typischen Nutzgärten sind verschwunden. Sie sind den Ziergärten, pflegeleichten Steingärten oder Rasenflächen gewichen. Unter dieser Entwicklung verschwindet auch in zunehmendem Maße die früher vorhandene Arten- und Biotopvielfalt.
Hier setzt das LEADER-Projekt „DorfBioTop“ an. Im Rahmen des Projektes „DorfBioTop“ sollen der Erhalt, die Stärkung und die Wiederbelebung der typischen Tier- und Pflanzenwelt der Eifeldörfer gefördert werden. Das Projekt wird von der Städteregion Aachen und der Biologischen Station im Kreis Euskirchen e.V. unterstützt und aus Mitteln des „Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (LEADER) gefördert.
Eine besondere Stellung kommt hierbei den öffentlichen Grün- und Freiflächen innerhalb und außerhalb der Dörfer zu. Eine entsprechende ökologische Pflege und Bewirtschaftung dieser Flächen kann ein wichtiger Beitrag zur Schaffung und Erhaltung der notwendigen Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten und somit zur Bewahrung der Artenvielfalt sein.
Über das gesamte Stadtgebiet verteilt sollen, auf zuvor ausgesuchten städtischen Flächen, neue naturnahe Grün- und Blühflächen erschaffen werden. Verwendet werden soll hierbei ausschließlich regionales gebietseinheimisches Saatgut. Damit das Projekt ein Erfolg wird, sind unter anderem zwei ganz wesentliche Umstände erforderlich. Zum einen ist dies die Akzeptanz dieser „Flächen“ innerhalb der Bevölkerung und zum anderen ist es das Engagement und die Unterstützung von engagierten Privatpersonen und Initiativen bei der Umsetzung und Pflege.
Die Umgestaltung dieser öffentlichen Flächen wird ungewohnt sein und vereinzelt auch auf Unverständnis stoßen. Naturnahe Grün- und Blühflächen bieten, gerade innerhalb der Ortslage, nicht das gewohnt „ordentliche“ Bild. Im Vorfrühjahr machen die Flächen oftmals einen verwilderten Eindruck, bis sie später ihre volle Pracht entfalten. Ab Spätherbst sind dann häufig braune Flächen zu sehen, die erst im Frühjahr wieder zu „neuem Leben“ erwachen.
Die Verwaltung wird über den Beginn und dann in regelmäßigen Abständen über den Fortschritt und die Umsetzung der Projekte informieren. Die einzelnen Flächen werden vorgestellt. Entsprechende Kontaktadressen ermöglichen den Informationsaustausch und eine Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die sich aktiv an der Umsetzung beteiligen möchten. Betreut wird das Projekt durch den städtischen Bauhof.