In wenigen Wochen jährt sich die Flutkatastrophe vom 14./15. Juli 2021 zum vierten Mal – ein Ereignis, das das Leben der Menschen in Bad Münstereifel und den umliegenden Dörfern nachhaltig verändert hat. Die Betroffenen erfuhren und erfahren große Solidarität durch freiwillige Helfer, Hilfsorganisationen und staatliche Institutionen. Doch auch heute noch kämpfen viele Menschen mit den Folgen der Flut. Das Erlebte belastet viele Betroffene noch immer.
Da die Nachfrage nach direkter Hilfe inzwischen zurückgegangen ist, haben Hilfsorganisationen ihre Präsenz vor Ort in Bad Münstereifel reduziert. Dennoch bleibt Unterstützung dringend notwendig. Die Johanniter, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und die Caritas setzen daher verstärkt auf „aufsuchende Hilfe“ – das bedeutet, dass sie aktiv auf Betroffene zugehen. Anfang März besuchten Mitarbeitende der Hilfsorganisationen Haushalte in Iversheim. Die Aktion war im Vorfeld beworben worden. Ziel war es, über Wiederaufbauhilfen, Hochwasserschutz, Spendengelder und weitere Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren – und vor allem herauszufinden, wo noch Hilfe benötigt wird. Denn aus den unterschiedlichsten Gründen suchen nicht alle Betroffenen aktiv nach Unterstützung, selbst wenn sie dringend gebraucht wird.
"Viele Menschen stehen weiterhin unter enormer emotionaler Belastung"
Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian begleitete an einem Tag die aufsuchende Hilfe. „In Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern merke ich immer wieder, wie präsent die Folgen der Flut sind. Daher ist mir bewusst, dass viele Menschen noch Hilfe benötigen. Während der Hausbesuche wurde das besonders deutlich. Viele Menschen stehen weiterhin unter enormer emotionaler Belastung“, berichtet sie.
So hörten die Bürgermeisterin und die Helfer nicht nur von den Erlebnissen in der Flutnacht, sondern auch von Erfahrungen mit betrügerischen „Handwerkern“ und von finanziellen Problemen, die die Folgen der Flut mit sich brachten. „Manchen Betroffenen fehlt mittlerweile einfach die Kraft. Ich appelliere inständig, die Hilfsangebote unbedingt wahrzunehmen“, sagt Preiser-Marian: „Ich vermute, dass viele Betroffene leider nicht wissen, welche Hilfen aktuell noch angeboten werden.“
Betroffene der Flutkatastrophe können weiterhin staatliche Wiederaufbauhilfe beantragen. In der Regel übernimmt der Staat 80 Prozent des entstandenen Schadens. Die verbleibenden 20 Prozent können aus den Spendengeldern der „Aktion Deutschland hilft“ beantragt werden. Hilfsorganisationen unterstützen bei der Antragstellung. Auch für Maßnahmen zum Schutz von Immobilien vor Hochwasser gibt es finanzielle Unterstützung. Wer durch die Erlebnisse psychisch belastet ist, kann ebenfalls Hilfe in Anspruch nehmen. Kurz gesagt: Für alle Herausforderungen im Zusammenhang mit der Flut stehen Hilfsangebote bereit.
„Viele Betroffene sagen: ‚Andere sind schlimmer dran als ich, sie brauchen die Hilfe dringender.‘ Doch das sehe ich anders“, betont Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian: „Jeder, der Unterstützung benötigt, sollte sie in Anspruch nehmen.“
Hilfsangebote
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. – Hochwasserhilfe Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen
Gewerbepark Odendorf 51, 53913 Swisttal-Odendorf
Tel. 02241-89538660
E-Mail: hochwasserhilfe.bonn@johanniter.de
Homepage: Hochwasserhilfe Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen
Malteser Hilfsdienst e.V. – Bundesprojekt der Malteser Fluthilfe
Edith-Stein-Straße 4, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Tel. 02641-90 69 76 97
E-Mail: Fluthilfe2021@malteser.org
Über diese Kontaktdaten werden Termine mit Fluthilfeberater Niklas Schmitz organisiert, der Betroffene in NRW zu Hause aufsucht.
Fluthilfebüro Caritas Euskirchen
Herz-Jesu-Vorplatz 3, 53879 Euskirchen
Tel. 02251-77 24 96 2
E-Mail: fluthilfe@caritas-eu.de
Homepage: Caritasverband Euskirchen | Fluthilfebüro Caritasverband Euskirchen
ASB Beratungsstelle Fluthilfe
Veybachstr. 31, 53879 Euskirchen
Tel. 02251-81 33 66 0
E-Mail: hochwasserhilfe@asb-erft.eu
Homepage: Einsatztagebuch der ASB-Hochwasserhelfer*innen - Arbeiter-Samariter-Bund NRW e.V.
Netzwerk psychosoziale Hilfe Bad Münstereifel
Tel. 0157-50 39 82 37
E-Mail: psycho-soziale-akuthilfe@posteo.de
Facebook: https://www.facebook.com/PsychosozialeHilfe/