Am 17. August 2022 lud das Netzwerk Innenstadt zum Erfahrungsaustausch – Wasser in der Innenstadt in die Bürgerhalle nach Coesfeld ein. Bürgermeisterin Frau Preiser-Marian konnte hier die Erfahrungen der Stadt Bad Münstereifel nach dem katastrophalen Hochwasser im Juli 2021 in einer offenen Gesprächsrunde teilen und einen groben Überblick über den andauernden Wiederaufbau und die anstehenden Herausforderungen geben.
Durch den interkommunalen Austausch wurde deutlich, dass städtische Wasserflächen und Fließgewässer in vielen Kommunen im Konfliktfeld zwischen Erlebbarmachung und Schutz stehen. Wasser in Hitze- und Trockenperioden zu binden und nachhaltig zur Bewässerung von städtischen Grünflächen zu nutzen, die Bürgerinnen und Bürger aber auch bei Starkregen- und Hochwasserereignissen vor oberflächlichem Abfluss und Hochwasser zu schützen, stellen die Herausforderungen klimaangepasster und resilienter Stadtentwicklung dar.
Um dieses Ziel zu erreichen wurde von den verschiedenen Referenten angeregt, sich mit multifunktionaler Flächennutzung auseinander zu setzen und diese bereits in frühen Planungsstadien zu implementieren. Beispielhaft für die multifunktionale Ausgestaltung von Räumen in der Siedlungsentwicklung kann der Spielplatz herangezogen werden. Durch das Herabsetzen eines Spielplatzes gegenüber des umgebenden Geländes kann vor Ort verfügbarer Retentionsraum innerhalb von Neubau- aber auch Bestandssiedlungen geschaffen werden. Durch die intelligente Ausgestaltung von Verkehrsflächen wird das oberflächlich ablaufende Wasser in die Mulde des Spielplatzes gelenkt, dort sammelt es sich und versickert langsam, ohne die Kanalisation zusätzlich zu belasten.
Wasser und Gewässer in der Stadt sind aber nicht nur Risikofaktoren. Wasserelemente können verschiedene gestalterische, aber auch wichtige innerstädtische mikroklimatologische Funktionen übernehmen. So haben Wasserelemente vor allem im Sommer einen kühlenden Effekt auf die Umgebung und führen daher zu einer Verbesserung des Mikroklimas. Die Erft als das zentrale Fließgewässer Bad Münstereifels verursacht in den Sommermonate eine kühlende Sogwirkung, was in Verbindung mit den umgebenden Waldflächen einen positiven Einfluss auf das sie umgebende Mikroklima hat. Gleichzeitig attraktivieren Wasserelemente innerstädtische Platzflächen und führen zu einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität, gestalterisch wie mikroklimatisch, was dem gesamten Stadtbild zu Gute kommt.
Über den Erfahrungsaustausch ist nochmal deutlich geworden, dass es unterschiedlichste Konzepte nachhaltiger Stadtentwicklung gibt, welche durch die Stadt Bad Münstereifel zum Teil bereits über den Wiederaufbau aufgegriffen und implementiert werden. Die Stadtverwaltung nimmt darüber hinaus gerade Anregungen auf und prüft inwiefern diese in Maßnahmen des Wiederaufbaus, aber auch in der weiteren Stadtentwicklung Berücksichtigung finden können.