Anlässlich des Volkstrauertags hat Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian gemeinsam mit Vertretern von örtlichen Vereinen, Politik, Schule und Kirche am vergangenen Sonntag in Bad Münstereifel und Eicherscheid der Toten des Ersten und Zweiten Weltkriegs gedacht. Mit in einem Trauerzug vom Bahnhof zum Friedhof, an dem neben der Bürgermeisterin Abordnungen der Feuerwehr, des Eifelvereins und der St. Sebastianus Schützenbruderschaft, die Eifeldombläser, Schülerinnen und Schüler der Realschule mit ihrer Schulleiterin Andrea Cosman, Diakon Dr. Ulrich Günzel sowie zahlreiche Besucherinnen und Besucher teilnahmen, startete traditionell die zentrale Gedenkfeier in Bad Münstereifel. Ebenso zog in Eicherscheid ein Trauerzug mit Bürgermeisterin, Vertretern der Ortsgemeinschaft, Feuerwehr und dem TC Fidelia Eicherscheid zur Kranzniederlegung am Ehrenmal. „Wenn ich in diesem Jahr am Volkstrauertag zu Ihnen spreche, empfinde ich es besonders schwierig, die richtigen Worte zu finden“, sagte Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian zu Beginn ihrer Ansprache am Ehrenmal. Für die meisten Versammelten seien Kriege bislang etwas Abstraktes gewesen. „Und auch wenn Deutschland in keinen Krieg verwickelt ist, empfinden wir heute Hilflosigkeit und Fassungslosigkeit, vielleicht sogar manchmal Furcht“, sagte die Bürgermeisterin: „Denn wer konnte sich noch vor wenigen Jahren vorstellen, dass uns Kriege wieder so nahe kommen werden?“ Sie verwies auf den Krieg in der Ukraine, dessen Auswirkungen in vielfacher Form auch hier zu spüren seien – nicht zuletzt durch die Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen. Ebenso nahm sie den Krieg in Gaza in den Blick, in dem auf beiden Seiten bereits mehrere Tausend Menschen, vor allem aus der Zivilbevölkerung, ums Leben gekommen seien. Für die Opfer aller Kriege gelte: „Niemand hat die Menschen gefragt, ob sie zu diesen Opfern bereit sind.“
Die Bürgermeisterin wandte sich zudem an die Menschen, die vom Appell „Nie wieder“ nichts hören wollen, da die Zeit des Nationalsozialismus in ihren Augen lange vorbei sei. Es gehe nicht um Kollektivschuld, sondern darum, dass niemand mehr das erleiden dürfe, was viele Menschen damals erlitten hätten: „Denn wer sich das Vergangene nicht bewusst macht, läuft Gefahr, die Schrecken zu wiederholen.“ Zudem bezeichnete sie Demonstrierende, die eine Vernichtung der Juden anstreben, als „nicht zu ertragen“. Mit Blick auf konträre Überzeugungen und Lebensweisen sagte sie: „Ich bin überzeugt: Unsere größte Stärke ist Verantwortung zu tragen, nicht Hass und Waffengewalt.
Im Anschluss an ihre Ansprache legte sie mit Diakon Günzel und Vertretern der Schützen im Gedenken an die Verstorbenen der beiden Weltkriege vor dem Ehrenmal auf dem Bad Münstereifeler Friedhof den Kranz nieder mit dem Appell, „Humanismus, Freiheit und Toleranz zu leben und zu verteidigen“.