Um die verbliebenen Defizite bei der Breitbandversorgung auszuräumen, wurden seitens des Kreises Euskirchen, als koordinierender Behörde, für alle Kommunen des Kreises Fördermittel des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von etwa 30 Millionen Euro generiert. Im Rahmen dieses kreisweiten Breitband-Förderprojekts starteten nun auch im Stadtgebiet Bad Münstereifel die Ausbauarbeiten durch die Deutsche Telekom GmbH.
In diesem Projekt werden im Bad Münstereifeler Stadtgebiet insgesamt ca. 990 Anschlüsse gefördert, die mit weniger als 30 Mbit/s versorgt sind. Nach dem von der Telekom erarbeiteten Bauzeitenplan ist das Stadtgebiet Bad Münstereifel aktuell in einem ersten Ausbauabschnitt mit ca. 550 Anschlüssen im Vorwahl-Bereich 02253 vertreten. Die restlichen ca. 440 unterversorgten Anschlüsse aus dem Vorwahl-Bereich 02257 werden voraussichtlich ab Herbst dieses Jahres folgen. Spätestens Ende 2020 sollen nach der erfolgten Ausschreibung aber alle „weißen Flecken“ im Kreisgebiet ausgeräumt sein.
Vor Ort trafen sich am 31. Juli 2019 seitens der Stadt Bad Münstereifel Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian und ihr Mitarbeiter Berthold Malburg, sowie Herr Gerd Wolter und Frau Anja Wilhelm von der Deutschen Telekom, Frau Stephanie Liebermann, Bezirksregierung Köln sowie Herr Marcus Derichs, Kreis Euskirchen, im Stadtteil Eschweiler, wo die Arbeiten schon begonnen haben.
Gemeinsam mit Vertretern der Geschäftsstelle Gigabit.NRW der Kölner Bezirksregierung und Frau Jana-Katharina Bayer von der ateneKOM ließen sie sich den Ausbauzustand erklären.
Die Arbeiten werden zum größten Teil im klassischen Tiefbau durchgeführt. Zusätzlich soll das so genannte „Trenching-Verfahren“ eingesetzt werden. Der Begriff Trenching beschreibt Verfahren zur Verlegung von Rohren für Glasfaserleitungen, bei dem mittels Frästechnik schmale Gräben und Schlitze in Böden und Asphalt eingebracht werden. Diese Verlegemethode beansprucht nur wenig Platz und ermöglicht eine schnelle Fertigstellung von Leerrohr- und Glasfasertrassen. Für den überwiegenden Teil der Hausanschlüsse - der Weg von der Hauptleitung zu den Gebäuden - kommt das sogenannte Erdverdrängungsverfahren zum Einsatz. Hierbei erfolgt mittels einer "Erdrakete" eine Erdbohrung, durch die das Glasfaserkabel von einer kleineren Grube an der Straße aus bis zu einer kleinen Grube am Haus eingezogen wird. Das Grundstück wird hierdurch nur minimal beansprucht.
Im Stadtgebiet wurden bereits im Vorfeld verschiedene Bereiche unter anderem auf Initiative der Stadt Bad Münstereifel mit Glasfaser ausgebaut, so Berthold Malburg, so dass durch dieses Projekt eine möglichst breite Versorgung im Stadtgebiet geschaffen wird.
Für Haushaltssicherungskommunen, wie es die Stadt Bad Münstereifel ist, sieht das Förderprojekt eine 100%-Förderung vor, sodass für die Stadt Bad Münstereifel keine Eigenanteile anfallen. Insbesondere die Bürgerinnen und Bürger profitieren davon, da der Anschluss bis zum Gebäude für sie kostenlos ist.
Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian hob hervor, dass mit dem schnellen Internet ein enorm wichtiger Schritt getan wird, um die Stadt Bad Münstereifel und deren Stadtteile für private Haushalte und als Wirtschaftsstandort noch attraktiver zu gestalten. „Auch für die Schulen wird durch eine optimale Breitbandversorgung eine zukunftweisende Basis geschaffen, die Bildungsangebote für das digitale Lehren und Lernen gewährleistet“ so die Bürgermeisterin weiter. Sie betonte erneut den hohen Stellenwert, den die Schaffung einer möglichst flächendeckenden und leistungsfähigen Breitbandversorgung schon seit Jahren in Rat und Verwaltung der Stadt Bad Münstereifel genießt und äußerte nebenbei, dass auch die Bemühungen zum Ausbau des Mobilfunknetzes sehr zu begrüßen sind, da die Stadt Bad Münstereifel noch erhebliche „Funklöcher“ aufweist.
Sie hofft hier, dass Bemühungen der Telekommunikationsunternehmen nicht von Diskussionen über Standorte der Funkmaste gedämpft werden.
„Es muss ja nicht gleich 5G sein, wo die Maste in kurzen Abständen stehen; flächendeckendes LTE bzw. 4G würden ja bereits helfen“ so die Bürgermeisterin.
Weitere Informationen rund um den Breitbandausbau sind auf der Homepage des Kreises Euskirchen www.kreis-euskirchen.de abrufbar.