Als der Rüstwagen der Löschgruppe Arloff-Kirspenich in Dienst gestellt wurde, hatten noch nicht alle der heutigen Arloffer Feuerwehrleute das Licht der Welt erblickt. 37 Jahre lang war der rote Unimog der Löschgruppe ein treuer Gefährte – und ein zuverlässiges Gefährt. Im Dezember 2021 hatte der Stadtrat beschlossen, dass der Unimog durch ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) 10 ersetzt werden soll. Rund sechs Monate später konnte das Auto in Auftrag gegeben werden. Abgeholt wurde es von hochmotivierten Mitgliedern der Löschgruppe Anfang Februar dieses Jahres. „Das neue Fahrzeug bedeutet für uns moderne Sicherheitsstandards, ein durchdachtes Konzept und die Möglichkeit, mit nur einem Fahrzeug diverse Lagen meistern zu können“, sagt Löschgruppenführer Karl-Hubert Bonz hochzufrieden. Das Arloff-Kirspenicher HLF ist neben der umfangreichen Standardausrüstung mit weiteren Geräten ausgestattet – zum Beispiel mit einem Rettungspodest, einer Rettungssäge, einem Mehrzweckzug, einer dreiteiligen Schiebleiter, Mitteln zur Bekämpfung von Waldbränden und einer Chiemseepumpe. Zudem verfügt es über Allradantrieb und eine Seilwinde. „Früher mussten wir mit zwei Fahrzeugen zu einem Verkehrsunfall fahren, um alle notwendigen Geräte vor Ort zu haben – jetzt reicht dazu das HLF“, ergänzt der stellvertretende Löschgruppenführer Tim Spey.
Anfang April haben die Feuerwehrmänner und -frauen aus Arloff-Kirspenich die noch ausstehenden Einsatzmittel vom alten Fahrzeug auf das neue HLF umgerüstet. „Der Abschied vom Unimog fällt uns nach 37 Jahren nicht leicht. Er hat uns immer treue Dienste geleistet“, sagt Bonz: „Aber die Technik hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant weiterentwickelt. Dem trägt das neue HLF Rechnung.“ Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian besuchte die Löschgruppe während der Umrüstung und betonte: „Es ist sehr wichtig, dass wir unsere Feuerwehr mit moderner Technik ausstatten. Das dient nicht nur der Sicherheit, sondern würdigt auch das große Engagement der Ehrenamtlichen.“ Nach dem Umrüsten meldete Brandmeisterin Annika Zorn das neue HLF per Funk bei der Leitstelle des Kreises Euskirchen einsatzbereit. Für die Bürgermeisterin war es das erste Mal, dass sie der Indienststellung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs beiwohnte. „Auch wenn es nur der kurze Funkspruch und die Antwort der Leitstelle waren, fand ich diesen Moment bewegend“, sagte sie: „Und ich habe mich besonders gefreut, dass Annika Zorn als eine der wenigen Feuerwehrfrauen das Fahrzeug mit den ganzen Jungs in der Mannschaftskabine anschließend zu Peter Greven gefahren hat.“ Auf dem Gelände des Unternehmens im Iversheimer Gewerbegebiet absolvierte die Feuerwehr nachmittags zwei Übungen, bei denen das neue HLF erstmals im Einsatz war.
Der alte Arloff-Kirspenicher Rüstwagen soll auf Beschluss des Rates verkauft werden. Laut Gutachten könnte der Unimog der Stadtkasse noch rund 20.000 Euro oder mehr bringen.