Am Mittwoch, dem 12. Mai 1971, war es soweit: Nach rund dreieinhalbjähriger Bauzeit wurde das damals weltweit größte Radioteleskop mit einem frei drehbaren Spiegel der Öffentlichkeit übergeben. Zur Eröffnung kamen zahlreiche hochrangige Gäste aus Forschung und Politik nach Effelsberg, darunter der damalige Minister für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Heinz Kühn hatte das neue Teleskop bereits wenige Tage zuvor am 28. April 1971 besucht und bei dieser Gelegenheit auch den König der Belgier, Baudouin, begrüßt, der zu einem Staatsbesuch in Deutschland weilte. Selbstverständlich trugen sich die beiden hohen Gäste aus diesem Anlass auch gerne in das Goldene Buch der Stadt Bad Münstereifel ein.
Ab dem 1. August 1972 hatte das Radioteleskop dann seinen vollen Messbetrieb aufgenommen. 15 Jahre zuvor, am 17. September 1956, hatte das erste Radioteleskop in Deutschland, der Astropeiler auf dem Stockert bei Eschweiler, seinen Betrieb aufgenommen.
Seit seiner vollen Inbetriebnahme wurde das Radioteleskop Effelsberg stetig technisch aufgerüstet. 2008 wurde die Anlage noch um das internationale Niederfrequenz-Teleskop-Netzwerk LOFAR erweitert, so dass heute in Effelsberg genau genommen zwei Radioteleskope betrieben werden.
Weil das Radioteleskop Effelsberg auch 50 Jahre nach seiner Eröffnung immer noch zu den leistungsfähigsten Teleskopen der Welt zählt, ist es nach wie vor ein zentraler Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie.
Einen ausführlicheren Bericht über die Eröffnung des Radioteleskops Effelsberg finden Sie unter www.mpifr-bonn.mpg.de/mitteilungen/2021/7
Dort sind auch einige interessante historische Fotos hinterlegt.