Persönlichkeiten


    

Ina Bresgen

Dr. Louise Greve

Dr. Friedrich-Joseph  Haass

Professor Karl Hürten und Toni Hürten

Josef Jenniches

Jakob Katzvey

Margarethe Linnerie

Hermann Löher

Hermann Pünder

Konrad Schaefer

Mutter Ursula Scheeben

Franz Maria Ferdinand Stephinsky






Dr. Friedrich-Joseph Haass, der "heilige Doktor von Moskau"

geboren am 10.08.1780 in Münstereifel -

verstorben am 16.08.1853 in Moskau "


Portrait Friedrich-Joseph Haass

"Sein Name steht in einer Reihe mit den Namen von Albert Schweitzer, mit den Namen von Ärzten, die Helden und Opfer einer dramatischen Medizin gewesen sind. Er hat keine wissenschaftliche Theorie begründet und ist nicht berühmt geworden durch die Entdeckung einer neuen Krankheit; er war ganz einfach nur ein Gefängnisarzt." So beginnt ein Artikel, mit dem die Moskauer Prawda am 27.09.1978 das Leben und Wirken von Dr. Friedrich Joseph Haass anläßlich seines 125. Todestages würdigte.










Das Foto zeigt das
Geburtshaus von
Dr. Friedrich-Joseph Haass
in der Johannisstraße.
Foto: www.huerten-fotografie.de


Friedrich Joseph Haass wurde am 10. August 1780 als Sohn eines Apothekers in Münstereifel geboren. Das Geburtshaus in der Johannisstraße, versehen mit einer Gedenkplakette, steht heute noch. Seine medizinische Ausbildung erhielt Haass in Köln und Jena, promovierte 1805 in Göttingen zum Dr. med. und absolvierte anschließend in Wien eine Ausbildung zum Facharzt für Augenheilkunde.





Auf den Rat einer seiner Patientinnen, der russischen Fürstin Repnin, ging er 1806 nach Moskau, eröffnete dort eine Praxis und wurde schnell einer der berühmtesten und geachtetsten Ärzte Moskaus. Die Zarin ernannte ihn 1807 zum Chefarzt des Pauls-Krankenhauses, im Jahr darauf verlieh man ihm die Würde eines "Ritter des Ordens des hl. Vladimir". Wegen seiner Verdienste um die Erschließung der Kaukasus- Heilquellen wurde Haass im Jahre 1811 zum Kaiserlichen Hofrat ernannt.

Das Bild zeigt das Wirken des Friedrich-Joseph Haass in den Moskauer Gefängnissen Der entscheidende Augenblick in seinem Leben war im Jahre 1828, als er Mitglied im Moskauer Gefängniskommitee wurde und dazu berufen war, das Los der Gefangenen und Verbannten zu erleichtern. In dem Kommitee wurde Haass zum Chefarzt der Gefängniskrankenhäuser ernannt.
In diesen Jahren liefen durch das Moskauer Gefängnis für Verbannte auf den Sperlingsbergen die Verurteilten aus 27 Gouvernements. Ihre Zahl erreichte 6.000 bis 8.000 im Jahr. Die Lage der Gefangenen war schrecklich: Sie mußten zu Fuß Tausende von Kilometern zu ihrem Verbannungsort zurücklegen. Immer gleich mehrere Menschen waren mit einer Kette verbunden und an einen Prut (Eisenstab) geschmiedet. Schwache und Kranke mußten dadurch den Widerstandsfähigeren folgen.

Unermüdlich war Haass tätig für Erleichterungen im Leben der Gefangenen, ungezählt seine Bittgesuche, seine Vorschläge an das Kommitee und an den Moskauer Generalgouverneur; er ging sogar bis zum Zaren.
Haass gelang es, den "Prut" abzuschaffen.
Bald auch erreichte er es, die schweren Eisenfesseln durch leichtere zu ersetzen, die innen mit Leder ausgelegt waren, so daß sie nicht mehr länger die Füße bis auf das Blut durchscheuern konnten. Die Fesseln tragen den Namen von Haass, die "Haass'schen Fesseln".

Das Bild zeigt die Grabstätte des Dr. Friedich Joseph Haass auf dem Deutschen Friedhof in MoskauDr. Friedrich Joseph Haass starb am 16. August 1853 in Moskau, verarmt, müde und erschöpft vom Kampf gegen die Bürokratie, die Trägheit und Grausamkeit der Behörden. Zu seiner letzten Ruhestätte auf dem Vvedensker Friedhof, dem Deutschen Friedhof, begleiteten ihn ungefähr 20.000 Menschen. Auf der Umzäunung seines Grabes hängen gesprengte Fesseln, der Stein unter dem Grabkreuz trägt seinen Leitsatz als Aufschrift: "Beeilt Euch, Gutes zu tun". Die hauptsächliche Wirkungsstätte von Haass, das Deportationsgefängnis, befand sich auf den Sperlingsbergen, später in „Leninhügel" umbenannt, und zwar an der Stelle, an der sich heute die berühmte Lomonossov-Universität befindet.

Der berühmte russische Jurist A. F. Koni schrieb ein ausgezeichnetes Buch über ihn.

Von dem Bad Münstereifeler Gymnasialpfarrer und Schriftsteller Dr. Anton Hamm wurde 1979 eine erste, viel beachtete Biografie herausgegeben.
Eine zweite, überarbeitete Auflage erschien im Jahre 1983; Mitautor war der Diplom-Übersetzer für russisch Gerd Teschke.

Lew Kopelew veröffentlichte 1984 die Lebensgeschichte von Dr. Haass in seinem Roman "Der Heilige Doktor Fjodor Petrowitsch - Die Geschichte des Friedrich Joseph Haass - Münstereifel 1780 - Moskau 1853".

Das Bild zeigt die Sonderbriefmarke \Bad Münstereifel ehrte seinen großen Sohn anlässlich der Wiederkehr seines 200. Geburtstages im Jahre 1980 mit zahlreichen Veranstaltungen.
Die Deutsche Bundespost gab aus diesem Anlass ein Sonderpostwertzeichen heraus.

In Bad Münstereifel wird die Erinnerung an Dr. Haass mehrfach wachgehalten:
- durch eine Plakette an seinem Geburtshaus in der Johannisstraße/Ecke Werther Straße
- durch die nach ihm benannte "Friedrich-Haass-Gemeinschaftshauptschule",
- durch die nach ihm benannte "Dr. Friedrich-Haass-Straße",
- durch ein Haass-Denkmal und eine Haass-Ausstellung im Rathaus Marktstraße 15.

Die Deutschen haben auch in dem Land, in dem Haass gewirkt hat, seiner gedacht:
Die "Deutsche Schule in Moskau" trägt seit 27. Mai 1989 den Namen "Deutsche Schule Moskau - Friedrich Joseph Haass".















Das Foto zeigt eine Bronze-
büste von Dr. Friedrich-Joseph
Haass im Innenhof des Rathauses.
Foto: www.huerten-fotografie.de


Nach jahrelangen Bemühungen des früheren Stadtdirektors Armin Ahrendt konnte die Stadt Bad Münstereifel am 27. Juni 1986 im Festsaal der Akademie der Medizinischen Wissenschaften der UdSSR in Moskau im Rahmen einer Feierstunde einen Gipsabguß der vor dem ehemaligen Haass-Krankenhaus befindlichen Haass-Büste in Empfang nehmen.
Dank großzügiger Spenden aus der Bevölkerung war es möglich, von diesem Gipsabguß eine witterungsbeständige Bronzebüste herzustellen.
Diese Bronzebüste war Mittelpunkt einer Haass-Daueraus-
stellung im historischen Karmelitessenkloster, dem jetzigen Rathaus Marktstraße 15, und zwar im Eingangsbereich des Erdgeschosses.
Die Büste hat seit 28.09.1995 ihren endgültigen Standort im Innenhof (Haass-Hof) dieses historischen Gebäudes erhalten, der für Bürger und Gäste des Kneipp-Heilbades zugänglich ist.
Der Sockel aus Eifelbasalt ist von dem Bildhauer Helmut Moos aus Bensberg-Lustheide geschaffen worden.
Den Sockel ziert ein Auszug aus dem Brief der Elisavetha Drachusova an die Schwester von Dr. Haass, Wilhelmine, in Köln anläßlich des Todes von Dr. Haass.



Das Foto zeigt eine ein Bronze-Bild von Dr. Haass umrahmt von zwei Bronze-Texttafeln.
Foto: www.huerten-fotografie.de
Am 27.9.2000 wurde im „Haass-Hof“, gegenüber der Haass-Büste, zum Andenken an Lew Kopelew eine Plakette mit seinem Bildnis in Bronze, umrahmt von 2 Bronze-Texttafeln, enthüllt. Folgender Text steht auf den Bronzetafeln:

Text auf der linken Tafel: Lew Kopelew, geboren am 9.4.1912 in Kiew und aufgewachsen in Moskau, wo er Germanistik studierte. Während des Krieges war er Major einer Propaganda-Einheit und erlebte den Einmarsch russischer Truppen in Ostpreußen. 1945 wurde er wegen „Mitleid mit dem Feind“ verhaftet und zu 10 Jahren Straflager verurteilt. Nach seiner Rehabilitierung lehrte er in Moskau deutsche Literatur und Theaterwissenschaft. Er starb nach erneuter Erschwerung seiner Arbeit im Heimatland am 18.6.1997 in Köln. Als Kind lernte er das Leben von Dr. Friedrich-Joseph Haass kennen, der auf Grund seines Wirkens in Moskau der „Heilige Doktor“ genannt wird. Die eigene Lagerhaft eröffnete Lew Kopelew die Größe und menschliche Güte dieses Mannes, der auf persönlichen Ruhm und Reichtum zugunsten der armen Gefangenen verzichtete. 1976 begann Kopelew sein Buch „Der heilige Doktor Fjodor Petrowitsch“ zu schreiben und vollendete es 1982 in Bad Münstereifel, wo er sich nach seiner erzwungenen Ausbürgerung aus der Sowjetunion sehr häufig als Gast aufhielt.

Text auf der rechten Tafel: „Dem ungeheuerlichen Aberwitz, den selbstmörderischen Kräften zum Trotz, die heute einen bedeutenden Teil der Welt beherrschen, hoffe ich, daß im kommenden Jahrhundert alle Menschen auf der Erde besser und vernünftiger leben werden, als wir und unsere Vorfahren gelebt haben. In dieser Hoffnung besteht der Hauptsinn meines Lebens. Er wird nicht von irrationalen, religiösen und nicht von scheinrationalen gelehrten Quellen gespeist. Er wächst aus dem schlichten Glauben an den Menschen. Der Mensch ist grausam und mildherzig, einfältig und weise, gemein und edel. Er zerstört und baut auf, er bezweifelt und hofft, geht unter und wird gerettet.“ (Lew Kopelew „Und schuf mir einen Götzen; Lehrjahre eines Kommunisten“ 1996)


Auswahl aus Werken der Literatur, die über Dr. Haass erschienen sind

Harder, Hans "Der deutsche Doktor von Moskau", der Lebensroman des Dr. Friedrich Joseph Haass, 4. Auflage, Verlag von F. J. Steinkopf in Stuttgart, 1942

Koni, Anatolij Fedor "Dr. Friedrich Haass, Lebensskizze eines deutschen Philanthropen in Rußland" in "Geschichte des russischen Gefängniswesens im 19. Jahrhundert", Verlag Duncker & Humblot, Leipzig 1899

Passon-Darge, Margarete "Friedrich Joseph Haass, Bildnis eines Christen", Verlag J. P. Peter, Gebrüder Holstein, Rothenburg ob der Tauber 1951

Hamm, Dr. Anton "Dr. med. Friedrich Joseph Haass aus Münstereifel - Der Heilige Doktor von Moskau - Der Mensch Sein Leben Sein Werk", 1979 Westkreuz-Verlag Berlin/Bonn­Bad Godesberg

Hamm, Dr. Anton, und Teschke, Gerd "Ein deutscher Arzt als 'Heiliger' in Moskau", 1983 Westkreuz­-Verlag Berlin/ Bonn-Bad Godesberg

Kopelew, Lew "Der Heilige Doktor Fjodor Petrowitsch - Die Geschichte des Friedrich Joseph Haass – Bad Münstereifel 1780 - Moskau 1853", 1984 Hoffmann & Campe-Verlag, Hamburg



Das Bild zeigt die Haass-Biographie von Dr. Anton Hamm und Gerd Teschke Die Haass-Biographie von Dr. Anton Hamm und Gerd Teschke















Das Bild zeigt eine Abbildung des Buches von Lew KopelewDer Haass-Roman von Lew Kopelew











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Hermann Pünder
verstorben am 03.10.1976 in Köln


Das Bild zeigt Hermann Pünder.Die Familie Pünder stammt aus der Eifel, genauer aus dem Mechernicher Raum, wo sie seit Jahrhunderten ansässig war. Nach einem wichtigen Amt im Bergbau, welches Männer aus der Familie über mehrere Generationen bekleideten, leitet sich der Familienname Pünder ab. Bereits Hermann Pünders Vater Josef Pünder legte 1862 am St. Michael-Gymnasium das Abitur ab, um dann Jura zu studieren. Diesen Spuren folgte nicht nur Hermann, sondern auch sein Bruder Werner Pünder.




Die Biografie Hermann Pünders ist von großer Aussagekraft, da sein Lebenslauf mit wichtigen Entwicklungen der deutschen Geschichte verbunden ist. Man darf ohne Übertreibung behaupten, daß sich in der Person Hermann Pünders ein Münstereifeler Abiturient zu einer Persönlichkeit der Zeitgeschichte entwickelt hat.

1906 Abitur am St. Michael-Gymnasium
1911 Promotion zum Dr. jur.
1919 Regierungsrat im Reichsfinanzministerium
1922 Heirat mit Magda Statz
1926 Staatssekretär der Reichskanzlei (vergleichbar dem heutigen Amt des Kanzleramtsministers)

Pünder leitet die Reichskanzlei bis 1932 unter folgenden Reichskanzlern:
Luther (Zentrum)
Wilhelm Marx (Zentrum)
Hermann Müller (SPD)
Heinrich Brüning (Zentrum)

Mit der Ernennung Franz von Papens zum neuen Reichskanzler endete am 2. Juni 1932 Pünders Tätigkeit als Staatssekretär der Reichskanzlei

1932 Ernennung zum Regierungspräsident in Münster
1933 Entlassung als Regierungspräsident durch das Naziregime
1944 Verhaftung durch die Gestapo (Geheime Staatspolizei); Gefängnishaft;
Anklage gegen Pünder wegen angeblicher Beteiligung am Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944;

Verurteilung; Haft in Konzentrationslagern, u.a. Fürstenberg, Buchenwald und Dachau.
Rettung durch die Alliierten am 5. Mai 1945.

1945 Mitbegründer der Christlich-Demokratischen Union (CDU) in Westfalen.
Ernennung zum Oberbürgermeister der Stadt Köln, Nachfolger von Konrad Adenauer, den die Briten "wegen Unfähigkeit" entlassen hatten.

1946 Mitglied im Landtag des neu geschaffenen Landes Nordrhein-Westfalen

1947 Ernennung zum Oberdirektor der Bi-Zone. Bi-Zone bezeichnete damals die amerikanische und britische Besatzungszone, in der eine für beide Zonen zuständige deutsche Behörde eingesetzt wurde. Pünder war somit damals der höchste deutsche Beamte. Wichtigste Aufgaben stellten die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft und die Währungsreform am 20. Juni 1948 dar.

1948 In seinem Kölner Wahlkreis erringt Pünder überlegen ein Direktmandat für den 1. Deutschen Bundestag. Auch in der zweiten Legislaturperiode gehört er dem Bundestag als Abgeordneter an.

1952 Wahl zum Vizepräsidenten des Montan-Parlamentes der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).

1953 Bundespräsident Theodor Heuß verleiht Pünder das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband; die Juristische Fakultät der Universität zu Köln verleiht Pünder die Ehrendoktorwürde.

1957 Pünder verzichtet auf eine erneute Kandidatur zum Deutschen Bundestag. Auf Grund seiner Verbundenheit mit Münstereifel und dem St. Michael-Gymnasium übernimmt er im gleichen Jahr den Vorsitz des Vereins Alter Münstereifeler.

1961 Auf Initiative Pünders wird der Jüdische Friedhof in Münstereifel erneuert und gepflegt.

1968 Unter dem Titel "Von Preußen nach Europa" erscheint Hermann Pünders Autobiografie in der Deutschen Verlagsanstalt Stuttgart.

1969 Wahl Pünders zum Ehrenvorsitzenden des Vereins Alter Münstereifeler

Wichtigste Buchveröffentlichungen von Dr. Dr. h.c Hermann Pünder:
"Politik in der Reichskanzlei. Aufzeichnungen aus den Jahren 1929 - 1932" herausgegeben von Thilo Vogelsang. Stuttgart 1961 "Von Preußen nach Europa" Deutsche Verlangsanstalt Stuttgart 1968



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Jakob Katzfey geboren am 20.07.1791

- verstorben am 24.10.1873



Das Bild zeigt Jakob Katzvey. Nestor der Münstereifeler Stadtgeschichtsschreibung ist Jakob Katzfey, Direktor des St. Michael- Gymnasiums von 1825 bis 1862.
Der Priester und Lehrer hat Bedeutendes für das ihm anvertraute Gymnasium geleistet, indem er die in der Franzosenzeit arg gebeutelte Schule in den Rang eines Gymnasiums erster Klasse zurückführte.
Neben Lehrbüchern für den Mathematik- und Naturkundeunterricht verfaßte er vor allem die "Geschichte der Stadt Münstereifel und der nachbarlichen Ortschaften", deren beide Teile 1854 und 1855 in Köln verlegt wurden.









Text und Foto aus: Bongart/Cloot "Bad Münstereifel Einst und jetzt"


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Professor Karl Hürten und Toni Hürten


Karl Hürten: geboren am 18.03.1856 - verstorben am 27.10.1925


Das Bild zeigt Professor Karl Hürten. Studienprofessor Karl Hürten unterrichtete Mathematik und Physik am St. Michael-Gymnasium Bad Münstereifel.

Seine besondere Zuneigung galt aber der Erforschung der Eifeler Geschichte; eine Liebe, die er an seinen Sohn Toni weitergab.
Karl Hürten erforschte u.a. die römische Wasserleitung, die Alte Burg im Quecken und das Matronenheiligtum Nöthen.

Seine "Volkstümliche Geschichte der Stadt Münstereifel" erschien 1926 posthum. 1912 hatte er das erste Heimatmuseum im Orchheimer Tor eingerichtet.




Toni Hürten: geboren am 28.05.1888 - verstorben am 09.01.1978


Das Bild zeigt Toni Hürten, porträtiert von Curtius Schulten. Als Bodenpfleger und Archäologe war Toni Hürten eine Koryphäe.

Er entdeckte u.a. die römische Kalkbrennerei Iversheim und das Matronenheiligtum "Görresburg" bei Nettersheim.

Die Geschichte der Stadt stellte er in zwei Chronikbänden zusammen, das Heimatmuseum leitete er in der Zeit, in der es im Rathaus untergebracht war (1935 - 1975).

Nach Karl und Toni Hürten trägt das städtische Heimatmuseum heute den Namen "Hürten-Heimatmuseum".






Text und Fotos aus Bongart/Cloot "Bad Münstereifel - Einst und jetzt" (Toni Hürten wurde porträtiert von Curtius Schulten)




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Hermann Löher geboren 1595 in Münstereifel - verstorben am 12.11.1678 in Amsterdam


Hermann Löhers Werk
"Hochnötige Unterthanige Wemütige Klage Der Frommen Unschültigen" Amsterdam 1676
liegt jetzt im Faksimile-Nachdruck vor


Im Amsterdam des ausgehenden 17. Jahrhunderts griff ein Mann zur Feder, um seine Ablehnung gegen die Hexenverfolgung publik zu machen.

Das Bild zeigt Hermann Löher Hermann Löher, so der Name des Mannes, wurde 1595 in Münstereifel geboren, verzog in jungen Jahren nach Rheinbach, wo sein Vater schnell in die Ämter des Bürgermeisters und eines Schöffen gewählt wurde.
Auch Hermann Löhers Leben schien unter einem guten Stern zu stehen, bekleidete er doch nicht nur ebenfalls die genannten Ämter, sondern brachte es auch zu finanziellem Wohlstand.

Das Unglück brach über Löher und die Stadt Rheinbach in der Person des Hexenrichters Franz Buirmann herein. Selbst die Oberschicht ist nicht vor den Nachstellungen durch Buirmann sicher, mutet die Hexenverfolgung in Rheinbach doch gleichsam auch einer Auseinandersetzung innerhalb des Schöffenkollegs an.



Um einer Anklage, die mit einem Todesurteil gleichzusetzen wäre, zu entgehen, floh Hermann Löher 1636 nach Amsterdam. Den Wohlstand der Rheinbacher Zeit vermochte er dort nicht wieder zu erlangen.
Die traumatischen Erlebnisse während der Zeit der Hexenverfolgung in Rheinbach beschäftigten Löher ein Leben lang. Aufgerüttet durch die Nachricht erneut einsetzender Verfolgungen brachte er seine Erlebnisse und seine Argumente wider die Hexenverfolgung zu Papier.

Das Bild zeigt eine Ablichtung des Buches von Hermann Löher.1676 lag die "Hochnötige Unterthanige Wemütige Klage Der Frommen Unschültigen" im Druck vor.
Zwei Jahre nach der Veröffentlichung seines Buches starb Löher.
Die stärksten Wellen der Hexenverfolgungen waren zu diesem Zeitpunkt verebbt und damit das Interesse an Löhers Buch gering.
Bis auf die wenigen Exemplare, die zum Zeitpunkt seines Todes verkauft waren, wurde die Restauflage vermutlich vernichtet. So kommt es, daß zum gegenwärtigen Zeitpunkt weltweit nur noch zwei Exemplare nachweisbar sind, eines in Amsterdam, das andere in der ehemaligen Jesuiten-Kolleg-Bibliothek im Städtischen St. Michael-Gymnasium zu Bad Münstereifel.





Einen besonderen Stellenwert erlangt das Bad Münstereifeler Exemplar durch die Tatsache, dass es das einzige vollständige Exemplar ist.

Die Hexenverfolgungen, ihre Ursachen, Verläufe und Auswirkungen sind heute von größerem öffentlichen Interesse denn je. Nicht nur Historiker, Soziologen und Schriftsteller, sondern auch Laien gehen diesem Phänomen nach, dem wohl nie mit einer generalisierenden Erklärung beizukommen sein wird.
Damit ist auch das Interesse an Hermann Löhers Buch größer denn je.
Es lässt sich unter vielen Aspekten lesen und verfügt über einen erstaunlichen Facettenreichtum.
Zudem ist Löher der einzige Autor des Barock, der ohne juristische Vorkenntnisse gegen die Hexenverfolgung Stellung bezog.

Einem namhaften Wissenschaftler, Herrn Thomas P. Becker, ist die Einführung des Lesers in die Lebenswelt Hermann Löhers zu verdanken.
Becker beleuchtet in der Begleitbroschüre zum Buch nicht nur den Werdegang und die äußeren Lebensumstände Löhers, er schildert auch das Phänomen Hexenverfolgung sowie deren Verlauf in Rheinbach.

In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Köln, Abteilung Restaurierung, und dem Westkreuz-Verlag Bad Münstereifel ist es der Stadt Bad Münstereifel gelungen, einen Faksimile-Nachdruck des Buches "Hochnötige Unterthänige Wemütige Klage Der Frommen Unschültigen" herauszugeben, der zum Preise von 36,00 EUR über die Stadt Bad Münstereifel und den örtlichen Buchhandel bezogen werden kann.




Das Bild zeigt den Kupferstich \
Kupferstich "Peinliche Befragung"





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Konrad Schaefer geboren am 03.03.1915

- verstorben am 27.08.1991


Das Bild zeigt Konrad Schaefer bei der Arbeit.Konrad Schaefer wirkte seit 1966 in Bad Münstereifel, oft mit einem Skizzenblock unterwegs, um verwinkelte und verschachtelte Motive mit sicherer Linienführung zu fassen.











Das Bild zeigt eine Zeichnung des Malers Konrad Schaefer, Motiv: Heisterbacher Straße in Bad MünstereifelZunächst war es die komprimierte, straff komponierte Zeichnung, in lockerem und sicherem Duktus mit Bleistift und Tusche auf Papier gebracht.










© M. Schaefer


Das Bild zeigt eine Zeichnung des Malers Konrad Schaefer, Motiv Werther Straße in Bad MünstereifelSeltener hat Schaefer die Motive in Farbe erarbeitet, dabei fällt eine besondere Behandlung von Licht und Schatten auf, aber weniger malerisch als vielmehr graphisch angelegt.










                      
 © M. Schaefer

Das Bild zeigt eine Zeichung des Malers Konrad SchaeferEinmalig sind die Monotypen, worin Schaefer mit kritischem Blick und fast surrealen Stilmitteln sein persönliches Bild der Stadt entwickelt hat.













© M. Schaefer


Texte und Abbildungen aus "Bongart/Cloot, Bad Münstereifel - Einst und jetzt", Foto Konrad Schaefer von Studio Hürten, Bad Münstereifel






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Apotheker Franz Maria Ferdinand Stephinsky geboren am 22.06.1823

 - verstorben am 13.12.1917


Das Bild zeigt den Apotheker Franz Maria Ferdinand Stephinsky.Wiewohl der Name polnisch klingt, wurde Franz Maria Ferdinand Stephinsky doch im rheinischen Koblenz geboren.
Als Provisor der Bresgenschen Schwanen-Apotheke lenkte er von 1850 bis 1859 die Geschicke der Apotheke, die seit 1997 als "Apotheken-Museum" dem interessierten Publikum zugänglich ist.






Bedeutung erlangte Stephinsky für Münstereifel jedoch weniger durch seine Tätigkeit als Apotheker, sondern vielmehr als Ratsherr, zeitweise stellvertretendem Bürgermeister und Vereinsgründer.

Als Ratsherr wandte er die drohende Schließung des Konviktes ab; als Gründer hob er wichtige Vereine wie den Verschönerungsverein (später Eifelverein) und den Verein für Denkmalpflege mit aus der Taufe.

Die Stadt Münstereifel verlieh Stephinsky am 22.06.1912 das Ehrenbürgerrecht.

Das Bild zeigt ein Fass aus den Anfangszeiten, in dem Stephinsky Magenbitter gelagert wurde. In aller Munde - und das in des Wortes wahrer Bedeutung - ist der Name Stephinsky heute indes durch ein Produkt des Apothekers: Der Stephinsky-Magenbitter, ein aus 27 Zutaten hergestellter Gesundheitsbitter, ist ein weit über die Bad Münstereifeler Grenzen hinaus bekanntes Produkt, das seit 1859 nach dem überlieferten Originalrezept des Apothekers hergestellt wird.





Jüngst wurde der "Stephinsky" von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft mit einer Silberplakette ausgezeichnet. Man kann den Magenbitter übrigens auch im Apothekenmuseum kaufen - in Bad Münstereifel kann selbst ein Museumsbesuch sehr gesund sein.



Text und Foto Stephinsky aus Bongart/Cloot "Bad Münstereifel - Einst und jetzt"




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Josef Jenniches geboren am 29.04.1895

 - verstorben am 31.01.2001



Das Bild zeigt Josef Jenniches. Ein Bad Münstereifeler Original war Josef Jenniches. In zahlreichen Vereinen war er Mitglied, besonders dem TVE und der St. Sebastianus- Schützenbruderschaft galt seine besondere Zuneigung.
Den Schützen gehörte Jenniches mehr als 80 (!) Jahre an, weshalb ihn der damalige Bundespräsident Roman Herzog als Zeitzeugen des rheinischen Schützenwesens am 22. April 1995 mit einer Urkunde auszeichnete.
Als Zeitzeuge wußte Jenniches natürlich auch Episoden aus der Bad Münstereifeler Stadtgeschichte zu berichten.
Den 1917 verstorbenen Apotheker Stephinsky, ein Ehrenbürger der Stadt, hatte Jenniches noch persönlich gekannt.
Ebenso wußte er vom Besuch Kaiser Wilhelm II. am 20. Oktober 1911 in Münstereifel zu berichten.
In zwei Jahrtausenden und in drei Jahrhunderten hatte Josef Jenniches gelebt und dabei vier deutsche Staatsformen erlebt.
(Foto Theo Broere)



 
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Margarethe Linnerie geboren 1576

 – verstorben am 17. März 1622



Margarethe Linnerie ist ohne Übertreibung eine der herausragendsten Frauenpersönlichkeiten der Eifel. Sie wurde 1567 in Münstereifel als Tochter von Peter Linnerie und Ursula Gropper geboren. Der Vater, ein gebürtiger Kölner, war als
Geheimrat und Advokat an den fürstlichen und gräflichen Höfen im Münstereifeler Umland tätig. Auch die Mutter stammte aus einer angesehenen Kölner Familie, aus der auch der berühmte Kölner Theologe Johannes Gropper hervor gegangen war.

Margarethe Linnerie wurde durch das katholische Milieu geprägt. Sie wuchs als Einzelkind auf und wurde „fein erzogen und in der Gottesfurcht, der Tugend und im weltlichen Wissen wohl unterrichtet.“ In modernen Worten ausgedrückt bedeutet dies, dass ihr neben der religiösen Unterweisung auch eine gediegene Allgemeinbildung vermittelt wurde. Das „glückliche Gedächtnis“, mit dem sie begabt war, wird ihr das Lernen mit Sicherheit erleichtert haben.

Früh legte sich Margarethe Linnerie auf eine Lebensführung „im jungfräulichen Stande“ fest. Gemeinsam mit Gleichgesinnten wollte sie in einer klosterähnlichen Gemeinschaft leben. Als Wohnort stellten ihr die Eltern das Wohnhaus samt dem zugehörigen Garten zur Verfügung. Dort begann Margarethe Linnerie ab 1592 mit dem Erteilen von Unterricht für die weibliche Jugend. Der Einrichtung gab sie den Namen „Zum Salvator“.
Sie legte Wert darauf, dass der Unterricht in Deutsch erteilt wurde. Ausgebildet wurden die Schülerinnen im Lesen und Schreiben, in Handarbeiten und in Religion.

1594 legte Margarethe Linnerie öffentlich in der Stiftskirche das Gelübde der Keuschheit und Jungfräulichkeit ab. Sophie Lange schreibt in ihrem Aufsatz „Jungfrauen sollten unbehelligt ‚die Meidleyn underweisen’“ (Kreis Euskirchen Jahrbuch 1993): „In der damaligen Zeit wurde die Ehelosigkeit als ‚Bindung an Christus’ verstanden. Mit dem öffentlichen ‚Entsagungsakt’ wurde bekundet, dass die ‚Gottgeweihte’ ihr Leben in den Dienst des Nächsten stellen wollte. Margaretha teilte ihre Zeit ein für Gebet und Betrachtung, Lesung und Verfassung religiöser Schriften, Handarbeit, Krankenbesuche und Unterrichtung von Mädchen. So wurde sie eine ‚große’ Wohltäterin für ganz Münstereifel und darüber hinaus’.“

Margarethe Linnerie starb am 17. März 1622 in Köln. Ihr Leichnam wurde nach Münstereifel überführt und gemäß ihren eigenen Wünschen in der Krypta der Stiftskirche beigesetzt.
1994 hat der Verein Alter Münstereifeler die große Bürgerin Münstereifels mit einer Gedenkplakette in der Krypta gewürdigt.

In ihrem 1621 errichteten Testament schuf Margarethe Linnerie die Voraussetzungen für den Fortbestand des Hauses „Zum Salvator“, dessen Leitung zwei Cousinen der Stifterin übernahmen.
Am 19. Februar 1649 bestätigte Kurfürst Wolfgang Wilhelm urkundlich die von Margarethe Linnerie 1594 gegründete Mädchenschule als klösterliche Anstalt unter dem Namen „Zum Salvator“. Gleichzeitig stellte er die Schule unter die Aufsicht der 1649 zum Kolleg erhobenen Jesuiten-Niederlassung.
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war die durch den Katholizismus geprägte Wirtschaft der Stadt Münstereifel in eine Krise geraten. Die Gründung der Mädchenschule und der klosterähnlichen Gemeinschaft der St.-Salvator-Schwestern durch Margarethe Linnerie steht am Beginn der Umgestaltung Münstereifels zu einer Stadt der katholischen Gegenreformation.
Das 1957 gegründete Erzbischöfliche St.-Angela-Gymnasium versteht sich selbst als in der Tradition der Salvator-Schule Margarethe Linneries stehend.



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Mit Ursula Scheeben hat Margarethe Linnerie als Gründerin des Salvatorklosters eine kongeniale Nachfolgerin gefunden, die man mit Recht als „zweite Stifterin des Salvatorklosters“ bezeichnen darf. Ähnlich wie Margarethe Linnerie zählte auch Ursula Scheeben einen bedeutenden Theologen zu ihren Verwandten. Mathias Joseph Scheeben (*1. März 1835 - +2. Juli 1888) war ihr Cousin.

Anna Maria Scheeben wurde am 15.05.1818 als dritte Tochter der Eheleute Matthias Scheeben und Katharina, geb. Rausch in Heimerzheim geboren. Der Vater war von Beruf Hufschmied und approbierter Tierarzt.
Frühzeitig äußerte Anna Maria Scheeben den Wunsch, Lehrerin zu werden. Nach einer praktischen Ausbildung bei der Lehrerin König in Brühl meldete sie sich zum Lehrerinnenbildungskursus nach Köln.
Anschließend arbeitete sie vier Jahre als Lehrerin, ehe sie den Entschluss fasste, sich dem klösterlichen Lehrberuf zu widmen.

1842 trat Anna Maria Scheeben als Schwester Ursula in das Salvatorkloster in Münstereifel ein, wo sie am 18. Dezember 1843 das Gelübde ablegte.
Vor dieser Zeit war die Oberin Aloysia Schmitz die einzige geistliche Lehrerin an der Mädchenschule gewesen, die man 1828 aus der Zusammenlegung der Salvatorschule und der 1716 gegründeten Mädchenschule „Zum süßen Namen Jesu“ gebildet hatte. Der Unterricht wurde in Räumen des 1802 aufgehobenen Karmeliterinnen-Klosters in der Marktstraße erteilt. Unterrichtet wurden neben den Schülerinnen der katholischen Konfession auch Mädchen mosaischen Glaubens.

Der Eintritt Schwester Ursula Scheebens gaben sowohl der Schule als auch dem Kloster neue Impulse. Die Tatkraft und das Können Ursula Scheebens, die 1854 als Nachfolgerin von Aloysia Schmitz Oberin wurde, führten die Schule und das Kloster zu neuer Blüte.
In der inneren Entwicklung des Klosters wurde es ab 1843 üblich die dreifachen Gelübde (Keuschheit, Ehelosigkeit, Gehorsam) abzulegen, nachdem zuvor nur das Gelübde der Keuschheit abgelegt worden war. Gleichzeitig nahmen die Salvatorschwestern ab 1843
die (modifizierten) Regeln des heiligen Augustinus an.

Die neue Blüte des Hauses spiegelt sich auch im Ansteigen der Schülerzahlen, was zu einem größeren Raumbedarf führte. Um den nötigen Raum zu erhalten, strebte Ursula Scheeben die Nutzung des gesamten Komplexes des ehemaligen Karmeliterinnen-Klosters an. Bis 1872 war dort nämlich neben dem St.-Salvator- Kloster und dessen Schule auch die Verwaltung untergebracht, nachdem man das Gotische Rathaus 1821 auf Abbruch verkauft hatte. Um die Stadt zufrieden zu stellen, ließ Ursula Scheeben am Klosterplatz ein neues Rathaus errichten, das am 3. Januar 1873 bezogen werden konnte.

Im Zuge des kurze Zeit später beginnenden Kulturkampfes mussten die St. Salvatorschwestern am 4. April 1878 Münstereifel verlassen.
Mutter Ursula wandte sich mit den Schwestern und zwanzig Schülerinnen nach Roermond in den Niederlanden. Der Orden der Ursulinen und die Salvatorschwestern schlossen sich zusammen zum Orden der „Ursulinen von St. Salvator.“ Erste General-Oberin wurde Mutter Ursula Scheeben, der es noch vergönnt war, sowohl ihr diamantenes (1903) als auch ihr eisernes Ordensjubiläum (1908) zu begehen. Sie starb am 28. März 1909.


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Dr. Louise Greve geboren 1895

- verstorben 1971


Der Name Greve steht in untrennbarer Verknüpfung mit dem Aufstieg Bad Münstereifels zum Kneipp-Heilbad des Westens. Nach Bad Wörishofen und Bad Lauterberg im Harz wurde Münstereifel 1928 zum dritten Ort, in dem man nach den Lehren des „Wasserdoktors“ Pfarrer Jakob Kneipp (1821 - 1897) kuren konnte.

Der Kurarzt, der bei der Grundsteinlegung des Städtischen Kneipp-Kurhauses am 26. Februar 1928 zu den Honoratioren zählte, die die Hammerschläge ausführten, war Dr. Adolf Greve (1900 - 1946), der Ehemann von Dr. Louise Greve. Aus ihrer Ehe gingen vier Töchter hervor.

Beide Ärzte hatten sich im Anschluss an das Medizinstudium in Bad Wörishofen in der kneippschen Heilmethode ausbilden lassen. Dabei war Louise Greve schon von Kindesbeinen an mit den Ideen Kneipps vertraut, da ihre Urgroßeltern mütterlicherseits persönlich mit dem Pfarrer bekannt waren. Dr. Adolf Greve verunglückte 1946 tödlich. Danach war es Dr. Louise, die allein verantwortlich das Kurhaus leitete, in dem ab Oktober 1946 wieder die ersten Gäste aufgenommen wurden. „Mit zehn Betten und eisernen Kanonenöfen in den Zimmern, deren Rohre durch die Fenster geleitet wurden.“


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Ina Bresgen geboren 1909

- verstorben 1983


Katharina (gen. Ina) Bresgen war die Tochter des Apothekers Laurenz Bresgen und dessen Frau Gertrudis, geb. Reiss. Von 1949 bis 1965 leitete sie in der 5. Generation der Familie Bresgen die 1806 gegründete Apotheke, die seit 1906 nachweislich den Namen „Schwanen-Apotheke“ führt.

Neben ihrem pharmazeutischen Betätigungsfeld war Ina Bresgen vor allem musisch- künstlerisch interessiert. Persönliche Freundschaften verbanden sie mit zahlreichen Künstlern; besonders eng war das Band zwischen ihr und dem Schriftsteller Jakob Kneip (1881 – 1958), dessen Nachlass bis 1983 im Besitz Ina Bresgens war, ehe er vom Landeshauptarchiv Koblenz übernommen wurde.

Zweimal hat Ina Bresgen für (Bad) Münstereifel Besonderes geleistet und das Ortsbild vor der Zerstörung bewahrt. Im März 1945 ließ sie vor dem Einmarsch der US-Amerikaner auf der Burg die weiße Flagge hissen, wodurch sie den Beschuss der Kernstadt durch die alliierte Artillerie verhinderte. In den 1950er Jahren setzte sie sich mit Erfolg gegen die Einzwängung der Erft in eine Betonröhre durch. Damit blieb das Stadtbild, das heute bis zu einer Million Tagesgäste anlockt, erhalten.








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