Witscheiderhof


WITSCHEIDERHOF, ehemalige Gemeinde Hohn
460 m über NN
142 Einwohner (Stand 31.12.2016)

In den "Ortsnamen des Kreises Schleiden" leitet Gerhard Mürkens den Namen ab von einem Franken names Wido. Witscheid (oder Wüsched, wie es im Dialekt immer noch heißt) ist demnach ein Waldteil des Wido.

Eine Ersterwähnung des Ortes verzeichnet Mürkens nicht.

Aus dem Namen lässt sich aber ableiten, dass die Siedlung in die letzte der mittelalterlichen Rodungsphasen fällt. (In der ersten Rodungsphase entstanden die Orte, die auf -heim enden, dann die auf -rath und zuletzt die auf -scheid.)

Der Witscheider Hof war der Stadt Münstereifel abgabepflichtig. 2 Gulden und 12 Albus (Weißpfennige) flossen in der frühen Neuzeit an die Stadt.

Nach der Ansiedlung der Jesuiten in Münstereifel (1625) wurde der Witscheider Hof dem Jesuiten-Kolleg geschenkt. Damit entfielen die Abgaben an die Stadt. Orden und Kirchen waren von Steuern und Abgaben befreit.

Aus dem Jahr 1774 ist die Zahlungspflicht von 18 Reichsthalern an die Ex-Jesuiten in Münstereifel nachweisbar. Der Jesuitenorden war 1773 vom Papst aufgehoben worden; die Ex-Patres blieben aber in Münstereifel und führten das St.-Michael-Gymnasium fort.

In der Franzosenzeit (1794 bis 1814) wurde Witscheiderhof dann aus den Bindungen an die Stadt Münstereifel heraus gelöst. Die Siedlung wurde in das Rur-Departement eingegliedert, während Münstereifel zum Rhein-Mosel-Departement kam.

Von 1815 bis 1969 gehörte Witscheiderhof in der Gemeinde Hohn zum Kreis Schleiden.

Im Zuge der Kommunalen Neugliederung wurde Witscheiderhof dann der neu entstandenen Stadt Bad Münstereifel zugeordnet.


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