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Windenergie in Bad Münstereifel

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Veränderung mit Weitsicht.

In meiner Funktion als Klimaschutzmanager beschäftigt mich die Windenergie natürlich besonders. Die Errichtung von Windkraftanlagen in Bad Münstereifel ist speziell. Einen perfekten Standort zu finden, mit dem alle zufrieden wären, wird es wohl nicht geben. Dennoch stellt sich die Frage, welcher Standort in Betracht kommt, wenn  man sich grundsätzlich für die Errichtung von Windkraftanlagen im Stadtgebiet ausspricht. Wenn man die Kriterien, wie 1000m Abstand zur Wohnbebauung, den Einflussbereich des Radioteleskopes und Naturschutzgebiete auf unser Stadtgebiet legt wird deutlich, dass nur Standorte im Waldgebiet übrig bleiben. Natürlich spielt auch die Windhöffigkeit bei der Projektierung eine Rolle. Die Standortfläche in Nöthen ist eine, die unter Wertung der notwendigen Kriterien  für eine Windenergieanlagenansiedlung in Frage käme. Genehmigungsfähig sind dabei auch nur Flächen aus strukturarmen Nadelholzbeständen. Inwieweit es tatsächlich zu einer Genehmigung kommt, würde der Kreis Euskirchen in einem aufwendigen Verfahren (nach Bundesimmissionsschutzgesetz) prüfen. Für die Windenergie bedarf es daher einer sachlichen Abwägung vieler Kriterien.

Aktuell befinden wir uns noch in einer sehr frühen Phase eines langen Prozesses bis es zu einer möglichen Umsetzung kommen könnte. Doch bereits jetzt haben viele Bürger*innen Fragen, Bedenken und Einsprüche. Viele Themen werden allerdings erst im weiteren Verlauf konkretisiert für das Bauvorhaben beantwortet werden können. Dennoch möchte ich gerne versuchen in den nächsten Wochen einige Themen aufzugreifen und einzuordnen.

Die Auswirkungen von Windenergie-Anlagen auf das Landschaftsbild

Ob Land- oder Forstwirtschaft, industrielle Entwicklung oder Städtebau: Seit jeher haben menschliche Aktivitäten das Landschaftsbild geformt und immer neuen Veränderungen unterworfen. Nichts hat unsere Umwelt so geprägt wie die fortschreitende Industrialisierung mit ihrem Energiehunger und Mobilitätsbedürfnis. Dieser Energiehunger, beruhend auf dem Verbrennen fossiler Rohstoffe, hat den Klimawandel maßgeblich beschleunigt. Mit dem Abkommen von Paris hat Deutschland sich klar zur Begrenzung des Klimawandels und zum Ausbau erneuerbarer Energien bekannt.

Der Ausbau der Windenergie ist daher abzuwägen gegen die Auswirkungen der fossilen und nuklearen Stromerzeugung. Allein dem Braunkohletagebau fielen bisher über 1.600 Quadratkilometer Landschaft zum Opfer. Weitere Auswirkungen sind die Umsiedlung ganzer Ortschaften - stets verbunden mit dem Verlust von Heimat und Eigentum - und ein Absinken des Grundwasserspiegels. Der Einfluss von Windrädern ist dagegen vergleichsweise gering: Sie sind sichtbar und stehen für Nachhaltigkeit und Erneuerbarkeit. Sie schaffen Unabhängigkeit von Öl- und Gasimporten aus dem Ausland, schaffen Werte vor Ort und liefern sauberen Strom, zu geringen Kosten: Mit rund 6 Cent/Kilowattstunde sind Wind- und Solarenergie schon heute kostengünstiger als Strom aus neuen Gas-, Atom-, und Kohlekraftwerken.

Rückbau und Recycling nach Ende der Betriebszeit

Zudem können nach Ende der Nutzungsdauer fast 90 Prozent der zurückgebauten Bestandteile einer Windenergie-Anlage einem geordneten Verwertungsprozess zugeführt werden: der Zweitnutzung, der stofflichen oder thermischen Verwertung oder der Deponierung. In industriellen Verfahren können Großteile der Anlagen recycelt und etwa im Straßenbau oder in der Zementindustrie eingesetzt werden. Die Stahlsegmente gehen vorwiegend als Sekundärstoff zurück ins Stahlwerk. Andere Bestandteile, wie die Rotorblätter, müssen recycelt werden. Das Recycling der Rotorblätter gestaltet sich aufgrund der Zusammensetzung aus Glasfaserkunststoffen, Kohlefasern und anderen Kunststoffen als herausfordernd, aber generell möglich. Dies trifft in gleichem Maße auch für komplexe Kunststoffe aus anderen Industrien zu, wie der Autoindustrie und der Luft- und Schifffahrtindustrie. Für die thermische Verwertung dieser speziellen Verbundstoffe sind immer mehr spezialisierte Verfahren im Einsatz.

Zudem muss für den vollständigen Rückbau einer Windenergie-Anlage kein Steuerzahler haften. Denn der Rückbau ist als Auflage in jeder Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz klar geregelt: Erst wenn der Bauherr eine Rückbaubürgschaft in ausreichender Höhe hinterlegt hat, kann das Projekt genehmigt werden; andernfalls nicht.

Weitere fachliche Informationen zum Thema Windenergie sind u.a. auf der Internetseite www.energieagentur.nrw verfügbar.

Ihr Klimaschutzmanager der Stadt Bad Münstereifel, Florian Hammes                       

Kontakt

Stadt Bad Münstereifel
Marktstraße 11-15
53902 Bad Münstereifel

Tel: 02253/505-0
Fax: 02253/505-114
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