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Aktuelle Borkenkäfersituation im Bad Münstereifeler Stadtwald

Der Stadtwald Bad Münstereifel umfasst eine gesamte Holzbodenfläche von ca. 3.100 ha und ist damit der sechstgrößte Kommunalwald in Nordrhein-Westfalen. Ca. 36% der Fläche sind mit der Baumart Fichte bestockt, das sind ca. 1.100 ha. Die Fichten machen über 60% der Holzverkaufserlöse aus. Auf dieses Nadelholz haben sich Industrie, Verbraucher, Verarbeiter und Nutzer seit langem und nachhaltig eingestellt.

Das Bild zeigt eine bepflanzte Fläche im Wald

Der Stadtwald Bad Münstereifel umfasst eine gesamte Holzbodenfläche von ca. 3.100 ha und ist damit der sechstgrößte Kommunalwald in Nordrhein-Westfalen. Ca. 36% der Fläche sind mit der Baumart Fichte bestockt, das sind ca. 1.100 ha.

Die Fichten machen über 60% der Holzverkaufserlöse aus. Auf dieses Nadelholz haben sich Industrie, Verbraucher, Verarbeiter und Nutzer seit langem und nachhaltig eingestellt.

Durch den erheblichen Mehranfall von Schadholz, deutschland- und europaweit, ist es zu einem dramatischen Preisverfall von zum Teil über 50% (je nach Sortiment) gekommen. Das gefällt niemanden, da keiner ein Interesse an einem zwangsmäßigen Ausverkauf des wichtigen Nadelholzes „Fichte“ hat.

Im Leitsortiment "Fichte lang, Güte B, Stärkeklasse 25-30 cm", lag der Preis Anfang 2018 zum Teil über 90 € / Festmeter, heute ist der Preis aktuell auf zum Teil unter 50 € / Festmeter gesunken. Koppelprodukte wie faule, kranke oder sonstige minderwertige Abschnitte sind defizitär, bzw. nicht mehr absetzbar, müssen aber aus Forstschutzgründen aufgearbeitet und abtransportiert werden.

Der normale Hiebsatz in der Fichte liegt im Stadtwald Bad Münstereifel bei jährlich ca. 8.000 Festmetern. Aktuell sind in den zwei Revieren der Stadt ca. 6.000 Festmeter Schadholz aufgearbeitet und verkauft worden. Den Prognosen des Forstbetriebs nach werden in den nächsten vier bis sechs Monaten weitere ca. 6.000 Festmeter Schadholz folgen, die noch stehen.

Die Situation auf dem Holzmarkt ist derzeit sehr angespannt, da die Lager der Sägewerke durch das viele Holz der vorangegangenen Stürme noch voll sind und die erheblichen Mehrmengen nicht schnell aufgenommen werden können. Einige Sägewerke müssen sogar ihren Einschnitt drosseln, weil die Koppelprodukte (u. a. Sägespäne, Sägeschnitzel...) nicht abfließen. Exportmärkte öffnen sich erst langsam.

Um den Absatzstau nicht noch weiter zu verschärfen, schlägt die Stadt Bad Münstereifel bis auf weiteres kein Frischholz in der Fichte ein. Seit Mitte 2018 arbeitet der Forstbetrieb ausschließlich Schadholz der Fichte auf.

Dramatisch:

Ein Weibchen des Borkenkäfers „Buchdrucker“ legt im Verlauf der Vegetationsperiode bis zu 150 Eier ab. Rechnet man Mortalität mit ein, so kann ein Käferweibchen wie 2018 mit drei Jungkäfergenerationen und zwei Geschwisterbruten mehr als 100.000 Nachkommen erzeugen.

Aktuell liegt die Einschätzung der Waldschutz-Experten auf der "Höchststufe". Entsprechend wird die derzeit exponentielle Ausbreitung auch in den Folgejahren noch nachwirken. Die Borkenkäfer aus 2018 konnten zudem in sehr hohen Zahlen überwintern.

In Abhängigkeit der Witterung werden weitere Borkenkäfer-Schadenswellen in 2019 erwartet, die zu nochmaligen Schadholz-Mehrmengen im Stadtwald führen werden, so dass ein doppelter (Zwangs)Hiebsatz von ca. 16.000 Festmeter für 2019 durchaus realistisch erscheint. 

Insektizideinsatz bei der Fichte wird im Stadtwald durch schnelle Aufarbeitung und Abtransport des frischen Windwurf- und Käferholzes vermieden. Dies ist nur durch den guten Kontakt zu örtlichen Einschlagsunternehmern und Sägewerken möglich, die eine langjährige Beziehung zum Forstbetrieb pflegen, verbunden mit einer nachhaltigen Auftragslage bzw. Belieferung aus dem Stadtwald.

Das Land NRW reagierte aktuell mit einem Fördererlass. Der Forstbetrieb der Stadt Bad Münstereifel hat daraufhin beim Regionalforstamt einen Förderantrag gestellt. Bruttaugliches Material soll durch Mulchen und Hacken unschädlich gemacht und so möglichst Folgeschäden an noch gesunden Fichten vermieden werden.

Gemessen an dem Schadensausmaß ist die Fördersumme landesweit mit ca. 1 Mio. EUR sehr gering. Das zuständige Regionalforstamt ist hier für die gesamte Region des Kreises Euskirchen mit 25.000 € Fördergeldern berücksichtigt worden.

Kontakt

Stadt Bad Münstereifel
Marktstraße 11-15
53902 Bad Münstereifel

Tel: 02253/505-0
Fax: 02253/505-114
E-Mail: info@bad-muenstereifel.de

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