Menü-Icon

Wiederaufbau in der Kernstadt: Großprojekt Kölner Straße startet

Fünf Personen stehen auf der Freitreppe am Bahnhof und schauen auf den Bauplan für die Kölner Straße. Im Hintergrund sieht man die Flutschäden an der Straße noch deutlich.

Die Pläne zum Wiederaufbau und zur Neugestaltung der Kölner Straße kennen Simon Mauel, Bürgermeister Sebastian Glatzel, Carmen Haltenhof, Peter Lanzerath und Christian Lorenz mittlerweile fast auswendig. Foto: Mager/Stadt Bad Münstereifel

In Bad Münstereifel steht in diesem Jahr eine weitere große Maßnahme im Wiederaufbau an. Nach Karneval beginnt die Sanierung der Kölner Straße zwischen Schleidtalstraße und Werther Tor. Dabei greifen mehrere Projekte ineinander: der Umbau der Straße sowie die Errichtung eines Ersatzneubaus für die Feuerwehr. Die Abstimmung dieser Maßnahmen und die Berücksichtigung der Belange aller Verkehrsteilnehmer stellten für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung dar.

Bereits begonnen hat der Abriss des Hauses Kölner Straße 12 neben der bisherigen Feuerwehrausfahrt. Schon vor der Flutkatastrophe war eine Sanierung des städtischen Gebäudes wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll, durch die Flutschäden hat sich der Zustand weiter verschlechtert. Auf der frei werdenden Fläche wird provisorisch eine neue Feuerwehrausfahrt eingerichtet, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr während der Bauarbeiten an der eigentlichen Ausfahrt sicherzustellen.

Derzeit ist die Feuerwehr noch im Feuerwehrgerätehaus an der Kölner Straße untergebracht. Anfang 2027 wird dieses Gebäude abgerissen, da die Schäden aus der Flutkatastrophe eine Sanierung unmöglich machen. Die Haupt-Übergangswache wird in den ehemaligen Hallen von Auto Heinen am Bendenweg eingerichtet, wo ausreichend Platz zur Verfügung steht. Zusätzlich entsteht auf dem Grundstück der ehemaligen Kölner Straße 12 eine Übergangshalle für zwei Fahrzeuge. Diese Zwischenlösungen sind erforderlich, um die gesetzlich vorgeschriebenen Ausrückzeiten der Feuerwehr dauerhaft einhalten zu können. Beide Interim-Standorte sollen voraussichtlich Ende 2026 fertiggestellt und bezogen werden.

Feuerwehr: Ersatzneubau an gleicher Stelle

Im Anschluss daran werden der Abriss des bisherigen Feuerwehrgerätehauses an der Kölner Straße sowie der Ersatzneubau realisiert. Trotz der Hochwassergefahr ist der Standort alternativlos: Die vorgeschriebenen Ausrückzeiten und der Mangel an geeigneten Alternativgrundstücken lassen keine andere Lösung zu. Bei der Planung wird daher ein besonderer Fokus auf die Hochwassersicherheit gelegt.

Der Wiederaufbau des Feuerwehrgerätehauses erfolgt rund 4,5 Jahre nach der Flutkatastrophe. Die Planungen laufen bereits seit mehreren Monaten. Parallel zum Wiederaufbau bearbeitet das städtische Hochbauamt zahlreiche weitere dringende Bauprojekte. Zudem wirkt sich der Fachkräftemangel auch auf die Stadtverwaltung aus, sodass Stellen nicht immer durchgängig besetzt werden können. Sowohl bei der Planung des Interim-Gerätehauses als auch bei der Konzeption des späteren Ersatzneubaus sind umfangreiche Abstimmungen mit der Feuerwehr erforderlich. Darüber hinaus sind bei einem Gebäude dieser Art zahlreiche rechtliche Vorgaben zu berücksichtigen.

Wiederaufbau statt ISEK

Die Umgestaltung der Kölner Straße war bereits vor der Flutkatastrophe im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) vorgesehen. Durch die erheblichen Hochwasserschäden wurde das Projekt Teil des Wiederaufbaus. Die einzige Maßnahme, die weiterhin dem ISEK zugeordnet ist, ist der Bau eines Kreisverkehrs an der Einmündung der Schleidtalstraße in die Kölner Straße. Hinzu kommt die Sanierung der Schleidtalstraße zwischen dem künftigen Kreisverkehr und der Hochschule der Justiz NRW. Dies ist eine Maßnahme des Landesbetriebs Straßen.NRW. Die Arbeiten stellen die einzige Maßnahme dar, die eine Vollsperrung erfordern. Alle übrigen Arbeiten sollen möglichst unter halbseitiger Sperrung erfolgen, sodass die Befahrbarkeit in beide Richtungen erhalten bleibt.

Als erster Bauabschnitt wird die stadtauswärts führende Fahrbahn der Kölner Straße zwischen Feuerwehrbrücke und Hausnummer 38 sowie die Einmündung der Marquardtstraße erneuert. Dafür muss die Einfahrt in die Marquardtstraße für etwa drei Wochen gesperrt werden. Anschließend wandern die Bauabschnitte in Richtung Schleidtalstraße und von dort wieder zurück bis zum Werther Tor. Die Kosten für den Wiederaufbau der Kölner Straße belaufen sich voraussichtlich auf 2,5 Millionen Euro und werden vollständig über die Wiederaufbauhilfe finanziert. Die ISEK-Maßnahme wird voraussichtlich rund 189.000 Euro kosten, wovon 70 Prozent durch Fördermittel gedeckt sind. Den verbleibenden Anteil trägt die Stadt.

Neues Eingangstor zur Kernstadt

Die umgestaltete Kölner Straße soll künftig als neues Eingangstor zur Kernstadt fungieren. Ziel ist ein Straßenraum, der den Anforderungen des motorisierten Verkehrs ebenso gerecht wird wie denen von Fußgängern und Radfahrern. Ein zentrales Planungselement ist dabei die Wegeführung vom Bahnhof in Richtung Werther Straße, die für mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler täglich Teil ihres Schulwegs ist. Die neue Gestaltung soll daher zur Verkehrsberuhigung beitragen. In Höhe der ehemaligen Bäckerei ist ein sogenanntes Baumtor vorgesehen, das die Straße verengt, den Verkehr verlangsamt und gleichzeitig für mehr Grün sorgt. Ab diesem Bereich soll die Straße zudem erhöht weitergeführt werden, sodass Bürgersteig und Fahrbahn auf der gleichen Höhe verlaufen. 

Die Neugestaltung des Areals auf dem ehemaligen Busbahnhof schließt nahtlos an die neue Freitreppe an und verleiht dem Bereich einen Platzcharakter mit Raum für Begegnungen. Die Gehwege vom Bahnhof bis zum Werther Tor werden im gleichen Muschelkalkstein gepflastert. Auch hier werden neue Bäume gepflanzt. Ebenfalls deutlich aufgewertet wird der Bereich unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude, der künftig stärker begrünt sein wird. Erhalten bleiben die Parkstreifen vor der Apotheke sowie gegenüber dem Bahnhof. Auch hier wird es weitere Bäume geben.

Während der Bauzeit kann es punktuell zu Einschränkungen kommen. Mangels Alternativen wird beispielweise der Parkplatz am Werther Tor von den Bauunternehmen zeitweise als Lagerfläche benötigt.

 

Kontakt

Stadt Bad Münstereifel
Marktstraße 11-15
53902 Bad Münstereifel

Tel: 02253/505-0
Fax: 02253/505-114
E-Mail: info@bad-muenstereifel.de

Gerne können Sie uns auch eine Nachricht über unser Kontaktformular zukommen lassen - wir freuen uns, von Ihnen zu hören und werden Ihre Anfrage baldmöglichst bearbeiten.

Ansprechpartner finden
zum Kontaktformular