Schönau


SCHÖNAU, ehemalige Gemeinde Schönau
362 m über NN
850 Einwohner (Stand: 31.12.2016)
Pfarrkirche St. Goar (Festtag: 6. Juli)

Schönau wird 893 im Urbar (Güterverzeichnis) der Abtei Prüm erstmals urkundlich erwähnt. Dem Kommentar zum Urbar von 1222 ist zu entnehmen, das Schönau als Lehen an die Grafen von Jülich und an die Grafen von Vianden ausgegeben war. Letztere besaßen auch das Präsentationsrecht des Pfarrers. Dieses Patronatsrecht ging im 14. Jahrhundert an die Grafen von Blankenheim über. Ein Versuch, die Kirche St. Goar dem Stift Münstereifel zu inkorporieren, scheiterte nach 1496. Die Grafen und späteren Herzöge von Jülich übten die Landeshoheit in Schönau aus. Schönau bildete mit Langscheid und Mahlberg einen Honschaft genannten Fiskalbezirk im jülichschen Amt Münstereifel. Das Gericht zu Schönau, zu dem neben den genannten Dörfern auch die Mühle in Schoch gehörte, wurde im Zuge der Reform der Gerichte in den Herzogtümern Jülich und Berg (1554/55) an das Gericht in Münstereifel verwiesen. Die Schönauer Schöffen übten fortan nur noch Notariats- und Katasteraufgaben aus.
Von 1816 bis 1969 bildete Schönau mit Langscheid eine selbständige Gemeinde. Seit 1969 ist der Ort ein Stadtteil von Bad Münstereifel.
Die Kirche St. Goar wird im Liber valoris um 1300 bereits als Pfarrkirche erwähnt. Ab dem 14. Jahrhundert übten die Grafen von Blankenheim bis zur Säkularisation das Kollationsrecht aus, das heißt, sie durften die Besetzung der Pfarrstelle vorschlagen.
Den Kern der Kirche bildet eine romanische Anlage aus dem frühen 12. Jahrhundert.
Um 1500 wurde das Schiff umgebaut und der Chor neu errichtet; dieser wurde 1886/87 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der aus Querschiff und Chor besteht. Der äußerst kunstsinnige Pfarrer Dr. Joseph Weißenfeld sorgte bis zu seiner Pensionierung für die Ausstattung seiner Kirche.