Kirspenich


KIRSPENICH, ehemalige Gemeinde Arloff
236 m über NN
1.151 Einwohner (Stand: 31.12.2016)
Pfarrkirche St. Bartholomäus (Festtag: 24. August)

Nahe Kirspenich gibt es eine Reihe römerzeitlicher Spuren der Besiedlung und der Eisenverhüttung. Der Ortsname lässt sich auf das römerzeitliche "crispiniacum" zurückführen. In der Mundart heißt der Ort "Keuschemich".  Der Ort wird 893 im Urbar (Güterverzeichnis) der Abtei Prüm als "crispinihc" erstmals urkundlich erwähnt. Er gehörte damals zum Fronhofverband Iversheim. Die Prümer Besitzungen zu Kirspenich waren später an den Grafen von Are verlehnt. Sie fielen 1246 im Zuge der Are-Hochstadendschen-Schenkung an Kurköln.
Die Burg Kirspenich jedoch, die 1301 erstmals urkundlich erwähnt wird, war den Grafen von Jülich als Offenhaus aufgetragen.
Das Gericht Kirspenich, das im 15. Jahrhundert schon existierte, wurde im 16. Jahrhundert nach Arloff verlegt, wo Kurköln und Jülich um die Landeshoheit konkurrierten. Gemeinsam mit dem kurkölnischen Teil Arloffs bildete Kirspenich einen Dingstuhl genannten Gerichtsbezirk im kurkölnischen Amt Hardt.
Von 1816 bis 1969 gehörte Kirspenich zur Gemeinde Arloff; seit 1969 ist es ein Stadtteil von Bad Münstereifel.
Die Kirche in Kirspenich gehörte zu den acht Mutterkirchen, die die Abtei Prüm 1222 bzw. 1266 dem Stift Münstereifel mitsamt dem Zehnt (Kirchensteuer) überlassen hatte.
Im Liber valoris wird die Kirche als Pfarrkirche genannt.
Das Recht, die Pfarrstelle in Kirspenich zu besetzen lag bis zur Säkularisation beim Stift Münstereifel. Die Pfarrstelle war mit dem Scholasteramt in Münstereifel verbunden.
1906 wurde die spätgotische Kirche bis auf den Westturm abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.