Bad Münstereifel 2030


fachliche Impulse und persönlicher Austausch für die Gesamtentwicklung der Stadt Bad Münstereifel
das Bild zeigt Besucher bei der ISEK Vorstellung
Wie leben wir 2030 in der Stadt, wer lebt in der Stadt und wo? Wie gehen wir mit der Entwicklung der Stadt um, steuern wir aktiv und wenn ja, mit wem? Diese Kernfragen der Entwicklung unserer Stadt diskutierten mehr als 100 Bürger im Rahmen einer Bürgerversammlung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept der Stadt Bad Münstereifel am 13.7.2017 in der Fachhochschule für Rechtspflege.

Fünf Themenfelder waren aufbereitet worden, um gezielt mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Lokale Themenpaten und Vertreter der Stadtverwaltung trugen mit ihrer individuellen Sachkenntnis dazu bei, die knapp einstündigen Gesprächskreise fachlich zu untersetzen.

Topthema des Abends waren die Entwicklungsperspektiven im Themenfeld Tourismus, Erholung, Gesundheit und Kultur. Bereits bei einer TED-Abfrage votierte jeweils rund ein Drittel der Anwesenden, dass für Bad Münstereifel mit diesem Thema die größten Herausforderungen aber auch die größten Chancen verbunden sind. Allen Teilnehmern waren die Sanierungsbedarfe der touristischen Infrastruktur generell und der Kneippanlagen im Besonderen bewusst. Die Idee eines neuen Hotels in der Innenstadt wurde ebenso laut wie die eines attraktiveren Stellplatzes für Wohnmobile. Auch das Thema Kneipp könne künftig modern in der historischen Innenstadt interpretiert werden. Im Bereich Tourismus und Kultur war der Wunsch nach Vernetzung und Unterstützung im Marketing groß. 
Daas Bild zeigt eine Diskussionsrunde bei der ISEK Vorstellung
 
Im Themenkreis Wirtschaft und Handel wurde deutlich, dass die Stadt Bad Münstereifel ein attraktiver Standort ist. Durch das City Outlet konnte Kaufkraft zurückgebunden werden – auch die Bad Münstereifeler gehen wieder gern in ihrer Stadt shoppen. Der Branchenmix und die Struk-tur der Wirtschaftsunternehmen steht auf fragilen Standbeinen – Fachkräftemangel und Inhabernnachfolgen sind die akuten Themen, denen begegnet werden muss. Dazu muss Bad Münstereifel seine harten und weichen Standortfaktoren (wieder)erkennen und optimieren und die Vorteile als Schulstandort gezielt nutzen.

Der Gesprächskreis Historischer Ortskern beschäftigt sich intensiv mit Denkmale, erhaltenswerter Bausubstanz und Bau-kultur in der Stadt. Hier stand der Funkti-onsmix der Innenstadt deutlich im Mittelpunkt der Diskussionen. Nutzungen der Erd- und Obergeschosse für Handel und Wohnen, Mobilität und ruhender Verkehr müssen für Bürger und Touristen gleichermaßen attraktiv und erreichbar sein – und im Einklang mit Erhalt und Schutz der baukulturellen Ensembles entwickelt werden. Neben den bauhistorischen Werten der Innenstadt wurde auch die Baukultur in den Ortsteilen thematisiert und deren Bedeutung unterstrichen.

Für die Entwicklung der Dorflagen im ländlichen Stadtraum liegen die Heraus-forderungen und Handlungsbedarfe insbe-sondere bei den Themen Mobilität und Erreichbarkeit. Neben innovativen Mobilitätslösungen wurden intensivere Kooperatio-nen mit benachbarten Kommunen angeregt. Als weitere wichtige Aufgaben wurden der Ausbau der Breitbandversorgung, die Sicherung der Infrastrukturen zur Da-seinsvorsorge, z.B. auch durch mobile Anbieter, sowie vor allem die enge Kooperation der Stadtverwaltung mit den zahlreichen Vereinen in den ländlichen Ortsteilen als zentrale Träger zahlreicher Initiativen und Vorhaben genannt.

Dieses Fazit zogen auch die Teilnehmer des Gesprächskreises Stadt für Alle, wo Fragen des Zusammenhalts und Miteinan-ders im Vordergrund standen. Vernetzung und Informationsfluss sollten umfassend ermöglicht und modernisiert werden, um einerseits Angebote, aber andererseits auch gute Beispiele, Aktive und Partner aufzuzeigen. Eine wesentliche Idee war die Gründung einer Genossenschaft, die gemeinschaftliche Dienstleistungen bietet und zudem als Arbeitgeber fungieren könnte. Um Gemeinschaft und Miteinander gestal-ten zu können, benötigen Jugendliche wie auch Senioren Treffpunkte und Räume, die kostenfrei genutzt werden können. Familien, zunehmend ohne familiären Hintergrund, benötigen gemeinschaftliche Hilfen um Familien und Beruf vereinen zu können. Menschen mit Handicap sind auf  barrierearme Räume und individuelle Mobilitätslösungen angewiesen, um am Stadtleben teilhaben zu können.

Die Ergebnisse der Veranstaltung fließen umsetzungsorientiert in die Maßnahmenplanung des Integrierten Stadtentwick-lungskonzepts ein, das konkrete Entwicklungsperspektiven aufzeigt, aktuelle Themen auf die Agenda setzt sowie Maßnahmen und Projekte zur Entwicklung und Gestaltung der Stadt definiert und in ihrer Umsetzung priorisiert. Das ISEK ist ein Gestaltungs- und Entscheidungsrahmen für Verwaltung und Politik, aber auch für alle Partner der Stadtentwicklung von kommunalen Unternehmen, über Investoren bis hin zu den Bürgern. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Bad Münstereifel 2030 soll im Herbst veröffentlicht und von den politischen Vertretern der Stadt beschlossen werden.

„2030 – da bin ich schon tot“, sagte ein Teilnehmer scherzhaft.
Die Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian entgegnete: „Aufgrund der Steuerung der Gesamtentwicklung unserer Stadt erfordert Stadtentwicklung eine zukunftsgerichtete Handlungsweise, was nicht heißt, dass wir nicht sofort mit der Umsetzung der strategischen Maßnahmen beginnen müssen. Erfreulich, dass Politik, Verwaltung und Bürgerschaft diesen Weg gemeinsam gehen.“

Folie der Präsentation und die Auswertung der TED-Abfrage (5,7MB)