Jagdbetrieb


Wald und Wild im Einklang bringen und halten!

Umsetzung eines neuen Jagdmanagements im Stadtwald Bad Münstereifel


Der Stadtwald Bad Münstereifel umfasst gut 3.500 ha und macht mit 2.100 ha ein Drittel des Rotwildbezirks Bad Münstereifeler- und Flamersheimer Wald aus. Bedingt durch überhöhte Rotwildbestände, die mit der naturnahen Waldbewirtschaftung nicht im Einklang standen, änderte die Stadt Bad Münstereifel ab 2007 die jagdliche Strategie in ihrem Wald. Kernpunkte waren die Einrichtung von Pirschbezirken sowie ein Fütternsverbot in diesen Pirschbezirken.

Zum neuen Jagdjahr werden nun wesentliche Erkenntnisse einer rotwildgerechten und  waldfreundlichen  Jagdstrategie im Stadtwald umgesetzt. Neben fünf Eigenjagden mit durchschnittlich 270ha soll weiterhin in vier jährlich zu vergebenden Pirschbezirken mit durchschnittlich 140ha gejagd werden. Die Pirschbezirke werden dabei in Bereichen höherer Wildbestände und stärkerer Wald-/Wildschäden etabliert. Entscheidend für die Vergabe der öffentlich ausgeschriebenen Eigenjagden und Pirschbezirke ist die persönliche Integrität der Vertragspartner sowie deren Identifikation mit der Jagd in einem naturnah bewirtschafteten und PEFC-zertifizierten Stadtwald.

Eine Analyse der Neuschäle belegt bestandesweise hohe Neuschäle von 10% der Fichtenbestände und mehr. Parallel dazu schiebt der Stadtwald die durch die überhöhten Rotwildbestände von vor 2007 eingetretene Altschäle an Fichte von über 50% vor sich her. Buchenbestände profitierten durch die Reduzierung des Rotwildes u. a. durch deutliche Leittriebzuwächse auf über 150ha Fläche. In der nun einsetzenden Dickungsphase gilt es nun, die Schälgefahr durch entsprechende Wildregulierung und technischen Schälschutz zu minimieren

Die Schälschadenssituation an der Fichte und Buche ist trotz Rückgang immer noch nicht befriedigend. Verbissbelastungen könnten wieder stark ansteigen, so dass in den nächsten Jahren die Situation mit einem Schadens-Monitoring überwacht werden soll. Die Abschusssollvorgaben werden derzeit angepasst und für jedes einzelne Stück Rotwild durch körperlichen Nachweis in einer zentralen Kühlzelle bestätigt. Die jagdliche Infrastruktur soll zusammen mit einem Konzept über rotwildgerechte Wildäsungsflächen optimiert werden.

Inhaltlich neue Vertragsregelungen mit Jagdruhephasen, Jagdintervallen, Wildruhe- und Schwerpunkträumen sowie revierübergreifende Jagden runden das neue Jagdkonzept der Stadt Bad Münstereifel ab.