Willerscheid


WILLERSCHEID, ehemalige Gemeinde Mutscheid
439 m über NN
135 Einwohner (Stand: 31.12.2015)

Urkundlich wird Willerscheid im Jahre 1187 zum ersten Mal erwähnt.
Die Abtei Steinfeld besaß hier einen Hof. Der Sage nach wurde der Hof in Willerscheid den Prämonstratensern geschenkt, weil sie bei der Überführung der Gebeine des heiligen Potentinus nach Steinfeld in Willerscheid Station machten.
1503 sind im Küchenmeistereibuch der Abtei neben dem Stadelhof noch weitere Höfe nachweisbar, die ebenfalls den Prämonstratensern in Steinfeld zinspflichtig waren. Bis 1794 gehörte Willerscheid zum Dingstuhl (Gerichtsbezirk) Mutscheid im kurkölnischen Amt Hardt.
Von 1816 bis 1969 gehörte er zur selbständigen Gemeinde Mutscheid; seit dem 1. Juli 1969 ist Willerscheid ein Ortsteil der Stadt Bad Münstereifel.

„Hic fodina plumbi“ – „hier wird Blei gefördert“ heißt es auf Karten des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts. Im Konzessionsfeld „Glücksthal“ wurde spätestens seit dem 16. Jahrhundert Blei- und Kupfererz abgebaut. Wegen der geringen Ergiebigkeit kam der Bergbau phasenweise immer wieder zum Erliegen. Die letzte Blüte erlebte der Erzbergbau in der Zeit von 1934 bis 1941, als der Betriebspunkt Klappertshardt im Konzessionsfeld Glücksthal errichtet und betrieben wurde. Vorhanden sind noch die obertägigen Gebäude. Im Tal bei Willerscheid ist noch das Stollenmundloch des Rolandstollens erhalten geblieben.
Das ehemalige Schachtgebäude des Wilhelmschachts am Ortsrand wurde nach 1865 als Schule genutzt. Ein Schulneubau aus der Zeit um 1900 umfasste ein Klassenzimmer (1. bis 8. Schuljahr) und eine Lehrerwohnung; er wurde bis Ende der 1960er Jahre genutzt, ehe er durch die neu gebaute Hauptschule in Mutscheid abgelöst wurde.
Heute sind Willerscheid und das Glücksthal allerdings besonders wegen des jährlich am letzten Juli-Wochenende hier stattfindenden Waldfestes bekannt.

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